Donnerstag, 29. Oktober 2009

Dein Blut in Gottes Namen

Nein, nicht so hoch, nur in Namen der Deutschlandbesitzer. Aber, die fühlen sich ja auch wie Gott, schnippen mit den Fingern, sagen 1 - 2 - 3 und du bist raus ...

Daimler zapft von seinen Einstellungskandidaten Blut ab. Na, wo leben wir denn. Hat die noch nie jemand angezeigt? Lassen sich die Leute das so einfach gefallen? Irgendwo muss doch mal ein Strich gezogen werden: Bis hier hin und nicht weiter!

Oder gibt es jetzt schon die genetische Personalakte?

Stell dir vor:

Eine Bewerbung für Daimler könnte so lauten: Ich - jetzt muss ich noch den richtigen Namen finden, da der Name ja auch schon über Leben bei Daimler oder Tod entscheiden - also sagen wir Johannes. Ein biblischer Name, dagegen könnten katholische Schwaben nichts haben.

Ich - Johannes K. - möchte mich bei Ihnen für einen Job am Band bewerben.

Ich biete folgendes:

Gesunder fünfundzwanzigerjähriger Mann, Blutgruppe 0, Rhesusfaktor positiv. Die Zahl meiner Leukozyten und Erythrozyten liegen im normalen Bereich. Mein Cholesterinspiegel beweist ihnen meine gesunde Lebensführung und dass ich nicht unter Fettsucht leide (kicher, wenn die wüssten ... mein dürrer Nachbar, der ein Gesundheitsapostel ist, hat einen höheren Cholesterinwert als ich). Wie sie aus meiner Blutakte ersehen können, ist bei mir keine genetische Veranlagung für Diabetes oder einer Allergie zu sehen. Nach den neuesten Erkenntnissen, zeigen meine Gene auch keine Neigung krebsartig wucherndes Gewebe zu produzieren. Mein Blutdruck ist für mein Alter im normalen Bereich. Ich würde Ihr Unternehmen also nicht mit längerer Krankheit belasten. Die letzten Untersuchen werden bestätigen, dass ich nicht wegen einer Herz-Kreislauferkrankung Ihnen unnötigerweise Geld kosten würde, bezüglich der Lohnfortzahlung. In diesem Zusammenhang versichere ich Ihnen, dass ich mich täglich abhärte, Vitamin C und D schlucke, Zink einnehme, um keine Erkältung zu bekommen. Natürlich unterziehe ich mich pflichtgemäß allen angeordneten Impfungen.

Ich biete Ihnen an, im erste Jahr im Rahmen eines kostenlosen Praktikums meine gesundheitliche Tauglichkeit zu überprüfen.

Des Weiteren erlaube ich Ihnen, meine Gesundheitsdaten für immer zu speichern und wann nötig, abzurufen und weiterzuverkaufen.

Ehrfurchtsvoll
Johannes K. 

(War da nun noch etwas? Sollte ich vielleich noch etwas von meiner beruflichen Qualifikation erzählen? Nur, viel habe ich da nicht zu sagen.

Es reicht sicherlich, wenn sie einen gesunden, jungen Mann, mit geringen Lohnansprüchen erhalten!) 

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