Dienstag, 13. Oktober 2009

Die Mär von der guten Ausbildung

"Streng dich in der Schule an, damit du gute Zensuren hast. Du willst schließlich mal gutes Geld verdienen."

"Studiere, du willst doch später einen guten Job haben."

So oder ähnlich sagen wir es unseren Kindern oder unseren Enkeln. Dabei wissen wir es doch besser. Eine gute Ausbildung schützt nicht vor Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Die ersten die das am eigenen Leibe spüren mussten, waren Wissenschaftler und Ingenieure aus der alten DDR, die nach der Wiedervereinigung abgewickelt wurden. Den meisten von ihnen wurde kein Wiedereinstieg in das Arbeitsleben auf ihrem Niveau und ihrer Ausbildung gestattet. Jetzt muss das Gesamtdeutschland erleben.

Ich habe sowieso nie dem gängigen Mainstream geglaubt, der uns weis machen wollte, dass nur schlecht ausgebildete Menschen und Menschen, die einfach nicht so klug sind, arbeitslos werden. Logisch war das schon längst nicht mehr. Schließlich wurden tausende Arbeitsplätze in Banken z.B. vernichtet. Diese Menschen dort kann man wohl nicht als schlecht ausgebildet bezeichnen. Viele Architekturbüros sind Pleite gegangen, große Firmen haben nicht nur Hilfskräfte in die Arbeitslosigkeit geschickt, nein es sind ganze Firmen krachen gegangen und mit ihnen sind auch viele hochgebildete Menschen arbeitslos geworden. Über die sprach man aber nicht. Die sind zwischenzeitlich in der Mehrzahl wohl schon in HartzIV angekommen und müssen es dulden, dass ihr Wissen brachliegt und sie als 1-Euro-Jobber Müll in Parks aufsammeln müssen. Diese Menschen sind ihr Leben lang gedemütigt.

Seit der Wirtschaftskrise kann man nun nicht mehr die Zahl der hochqualifizierten Menschen, die arbeitslos geworden sind, unter den Teppich kehren. Es werden immer mehr.

Das ist auch nicht verwunderlich. Durch den technischen Fortschritt schnellt die Arbeitsproduktivität immer mehr nach oben. Das gleiche kann mit immer weniger Menschen produziert werden. Die gängige Praxis ist nun so , dass von diesen weniger Mensch noch wenigere wirklich im Arbeitsprozess stehen und die, wie Zitronen ausgequetscht werden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass auch Wissen aussortiert wird und nicht nur Muskelkraft.

Diese hochqualifizierten Menschen sollten das aber endlich zur Kenntnis nehmen und über diese Gesetzmäßigkeit in unserer herrschenden Gesellschaftsordnung nachdenken. Gerade Menschen, die ein großes Wissen haben, sollten beginnen, zur Tat zu schreiten und sich das nicht gefallen lassen. Sie sollten sich nicht zu fein sein, mit anderen zusammenzustehen, solidarisch zu sein, die sich nicht gerade in ihrer gehobeneren Nachbarschaft befinden.  

Was wollen sie sonst ihren Kindern sagen, wenn die später fragen: Vater/Mutter, warum hast du das zugelassen?

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