Samstag, 3. Oktober 2009

Die Milch machts

Und Frau Merkel schlichtet mal wieder. Ruhig und gelassen, wie es ihre Art ist. Sie sagt den Milchbauern, dass sie sich in der EU für einen fairen Preis der Milch einsetzen will.

Und - sie hat ihre Ruhe. Ruhe ... Das wollte sie doch ... nichts weiter als Ruhe!

Hat sie damals vor Monaten in der EU an die Milchbauern gedacht, als sie der Quotenerhöhung zustimmte? Wohl nicht. Warum sollte sie jetzt sich vehement für die Milchbauern einsetzen? Wenn sie das gewollte hätte, dann hätte sie das schon längst tun können. Damals, als die Milchbauern schon einmal die Milch weggeschüttet hatten. Damals. Große Aufregung, die Konzerne erhöhten die Preise im Supermarkt, ihre Gewinne blieben gleich, der Umsatz ging zurück und auf sachten, leisen Pfoten kam die billige Milch zurück.

Das ist die eine Seite. Es gibt aber auch noch eine andere, an die man auch denken sollte.

Wir leben in einem kapitalistischen System. Kapitalismus bedeutet Erzielung von Höchstprofiten. Und Kapitalismus bedeutet auch Überproduktion - Krise - Pleiten - wieder Überproduktion. So dreht sich nun mal ein kapitalistisches Marktkarusell. Und so muss es sich auch drehen, solange wir gezwungen sind, in dieser Gesellschaftsordnung zu leben. Überproduktion und Marktbereinigung sind systemimmanent und wichtig für die Weiterentwicklung des Systems, ob es uns nun gefällt oder nicht. Es kann nicht sein, dass jeder produzierende und nichtproduzierende Zweig der Gesellschaft Steuergelder für sich in Anspruch nehmen will, damit er überleben kann.

Was wichtig wäre, mit den Auswirkungen dieser Wirtschaftsweise anders umzugehen. 

Dazu ist normalerweise der Staat da, wenn er wollte, nämlich den Ausgleich zwischen der Wirtschaft und seinen Bürgern zu schaffen. Die Wirtschaft an den Kosten des "Aussortierens" und der Auswirkungen der Pleiten zu beteiligen.

Was macht dieser Staat? Er lässt die Menschen allein, ökonomisiert sie. Aber so kann keine gute Gesellschaft funktionieren. So wird eine demokratische Gesellschaft zerstört. Es wäre doch, wenn man nur wollte, genug Sachverstand da, Wege des Ausgleichs zu finden und nicht nur die ökonomische Seite zu hofieren. Sicherlich ist sie die Grundlage der Gesellschaft, aber - der Staat ist dafür da, dass er mit den eingenommenen Steuern für seine Bürger sorgt, wie damals in unserer menschlichen Anfangszeit die Stammeshäuptlinge für ihren Stamm sorgen mussten. Das ist Sinn des Staates! Kein Stamm der Welt hätte damals vor urewig langen Zeiten ihren Häuptling abgeschafft, seine Rechte beschnitten, da der Stamm, sonst dem Untergang geweiht gewesen wäre.

Und was machen wir heute? Wir sind im Grunde genommen immer noch die gleichen Menschen wie zur Steinzeit. Warum missachten wir damalige Grundregeln, nur weil eine kleine Gruppe von Menschen egoistischer Weise es so will? Warum klatschen wir denen noch Beifall, obwohl sie gegen unsere aller Interessen handeln? Warum heben wir sie auf ein Podest? Sie haben mit uns nichts am Hut und wir dürfen mit ihnen auch nichts am Hut haben. Sie sind die Zerstörer der demokratischen Gesellschaft.

Und nun noch ein Wort zu den Milchbauern. Hier läuft etwas ganz schief. Der richtige Weg wäre doch wohl, sich von den Hochleistungskühen zu verabschieden, die mit Medis hochgepäppelt werden müssen, die anfällig sind und reine Diven. Wäre es nicht der richtigere Weg, auf robuste Kühe umzustellen, die nicht soviel Milch geben? Dann gäbe es das Problem der Milchseen nicht. Aus Profitstreben haben die Bauern sich selbst den Todestoß versetzt. Auch das ist Kapitalismus und gesetzmäßig.

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