Dienstag, 3. November 2009

Danke Herr Öttinger!

Das musste doch nun mal gesagt werden. Es wird Zeit, dass den Rentnern endlich mal der Spiegel vor Augen gehalten wird. Diesen Schmarotzern! Nicht arbeiten und extra noch essen wollen!

Können wir unsere Renten unseren Kindern noch zumuten? Das fragt Öttinger. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:

Können wir unsere Renten unseren Kindern noch zumuten?

Wenn ich z.B. von meiner Rente ausgehe, die ich ab nächstes Jahr bekommen werde, frage ich mich, was ist daran nicht zumutbar. Sie liegt trotz lebenslanger Arbeit und gutverdienende Arbeit noch unter dem Existenzminimum. Gut, ich war DDR-Bürgerin und die haben sowieso Anspruch auf nichts. Die können froh sein, dass sie überhaupt eine Rente bekommen. So ist mir von Wessis immer wieder an den Kopf geworfen worden.

Und ich bin nicht allein mit meiner kleinen Rente. Millionen von Menschen haben auch eine klitzekleine Rente und es werden immer mehr werden.

Meint er vielleicht seine Rente und die seiner Kumpels?

Daran hat er sicherlich nicht gedacht. Schließlich hat er - zumindest in seinen Augen - seine Rente verdient.

Und wir nicht? Reicht nicht schon das Rentenkürzungsprogramm, was unter "Rente mit 67" firmiert? Muss es noch weniger sein?


Können wir unsere Renten unseren Kindern noch zumuten?

In der der DDR haben wir böswilliger Weise gesagt: Rentner müssen bei Rot über die Kreuzung gehen. Wird das Regierungsprogramm werden?

Ist Soylent green die Zukunft?

Oder die Auflösung ab 60?

Haben Science-Fiction-Autoren recht? Oder hat Öttinger zuviel SciFi gelesen und gesehen?


Können wir unsere Renten unseren Kindern noch zumuten?

Hier schwingt die ganze Menschenverachtung für diejenigen drinnen, die die Werte der Gesellschaft schaffen.

Hier schwingt drinnen, dass der Mensch nur ein Verwertungsobjekt ist. In der Antike sprach man von "Sprechenden Werkzeugen".

Haben wir jetzt den Kapitalismus hinter uns gelassen und uns zur Sklavenhaltergesellschaft zurückentwickelt?

Wenn ich Öttingers Ausspruch interpretiere - schon.

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