Mittwoch, 11. November 2009

Die Diktatorin und die Löhne

Wieder mal ein Kabinettstückchen, in welchem Staat wir gezwungen sind zu leben.

Bühne: Das Leipziger Krankenhaus St. Georg. Der Geschäftsführung ist es ein Dorn im Auge, im Arbeitgerberverband zu sein und tarifliche Löhne zahlen zu müssen. Ziel: Ausstieg aus dem Arbeitgeberverband! Feigenblättchen: Haustarifvertrag - Wir wollen Arbeitsplätze erhalten. Diese Ausrede wird ja immer gebraucht, wenn Arbeitsbedingungen sich verschlechtern sollen und den Arbeitnehmern nicht mehr das Schwarze unter den Fingernägeln gegönnt werden soll.

Die Angestellten des Krankenhauses ließen das nicht mit sich machen. Sie protestierten und so erfolgreich, dass der Aufsichtsrat das Ansinnen der Geschäftsführung ablehnte.

Zweiter Teil: Die Geschäftsführung wäre nicht die Geschäftsführung, wenn sie sich das gefallen ließe. Eine Gesellschafterversammlung wurde einberufen. Der Gesellschafter, die Stadt Leipzig, schickte seine Finanztante hin, eine CDU-Bardin. Und die eine Figur sagte schlicht und ergreifend JA. Sie allein hat bestimmt, dass das Klinikum aus dem Arbeitgeberverband austritt. Diese Tussi allein, die vielleicht eine schlechte Nacht hinter sich gehabt hat, deren Mann ihr vielleicht nicht genügend zu Willen war, diese Tussi, die selbst gut versorgt ist, wenn nicht sogar bestens, die bestimmt über das Leben der Familien aus Leipzig und Umland. Einfach so. Eine CDU-Tussi!!! So einfach ist es, über Menschen zu herrschen. Eine einzige Frau reicht. Sie ist die Diktatorin, sie ist die Stadtverweserin, sie ist die Kaiserin.

Also das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei war da ein Waisenknabe dagegen.

Ich vermisse jetzt Protestaktionen! Ich vermisse Demos!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich, dass du kommentierst. Nur beachte bitte:

Kommentare, die rassistisch sind, Hetze gegen bestimmte Personengruppen verbreiten und im Gossenjargon angefertigt werden, sind Spam und werden von mir nicht veröffentlicht. Außerdem mache ich bei unsachlichen und nicht zur Sache gehörenden Kommentaren sowie doofem Gelabere von Trollen von meinem Hausrecht gebrauch.