Mittwoch, 4. November 2009

Neuer Tag - neues Spiel

Einmal geschlafen und schon sieht es bei Opel schon wieder anders aus. Richtig überrascht war ich nicht, dass GM Opel behalten will. Das hatte GM schon länger angekündigt. Aus deren Warte verstehe ich das auch.

Die Arbeitnehmer träumen, wenn sie glauben, dass sie bei Magna besser gefahren wären. Magna hätte die Staatsknete eingesteckt, eine Schamfrist eingehalten und dann Arbeitsplätze abgebaut. Dabei wären die Arbeitnehmer noch viel angeschmierter gewesen, weil ihre Arbeitslosengeld niedriger ausgefallen wäre, schließlich hätten sie massiv auf Teile der Entlohnung verzichtet.

Ich verstehe nicht ganz, warum die Arbeitnehmer so auf Magna fixiert waren. Dass es die Regierung war, hat sicherlich einen anderen Hintergrund. Niemand weiß doch, was wirklich zwischen der Regierung und Magna abgelaufen ist.

  • Welche Interessen vertritt Magna? 
  • Welcher Lobbyist hat das eingefädelt.
  • Was hätte er für einen Vorteil davon gehabt? 
  • Wem nützte es, wenn Magna Opel übernommen hätte?
  • Wie wurde die Regierung dazu gebracht, auf Magna zu setzen?

Diese Fragen spielten nie eine Rolle. Das bessere Konzept kann es nicht gewesen sein. Das bringt Magna sicherlich nur vordergründig ein.

Die Frage ist doch: Wer soll Autos kaufen? Damit steht und fällt ein Autounternehmen.

Wer soll die Autos kaufen?

Wenn der Markt die Masse Autos nicht mehr an die Person bringen kann, dann haben wir eine Überproduktion. Und wir haben eine Überproduktion. Die Masse der Bevölkerung hat immer weniger Geld in den Händen und die Autos werden immer teurer. Zuerst will der Mensch essen und sich kleiden. Autos stehen viel weiter hinten in der Agenda: Wie halte ich mich am Leben. Der kaputte Binnenmarkt schreit förmlich danach, verkleinert zu werden.

Unternehmen sind keine Sozialstationen. Unternehmen müssen Profit machen.

Was hier ausufert ist die Höhe des Profites und wie man mit arbeitslosen Menschen umgeht.

Da Menschsein sich hier und jetzt nur danach definiert, wieviel Gewinn er einbringt, ist es für die Menschen überlebenswichtig, irgendeinen Job zu haben. Überlebenswichtig deshalb, weil Mensch nur noch als Ware wahr genommen wird und wenn er aussortiert wird, bekommt er die Verachtung der Gesellschaft zu spüren. Er muss sich asozial schimpfen lassen, als Unterschicht diffamieren lassen und er bekommt noch selbst die Schuld dafür in die Schuhe geschoben. Er war nicht leistungsbereit genug, zu dumm, er hatte nicht den richtigen Namen, er wohnte im verkehrten Stadtviertel, nicht das richtige Blut und weiter solcher menschenverachtenden Dinge.

Hier muss von unten her ein umdenken einsetzen. Wir dürfen Menschen nicht nur nach Äußerlichkeiten definieren.

Leichthin äußern wir kleinen Leute solche Sachen: Ach der ist ja selbst dran schuld, der Säufer, richtig, dass man ihn rausgeschmissen hat. Vergessen ist dabei, dass es Säufer in jeder Gesellschaftsschicht gibt. Auch Millionäre sind Säufer. Regt sich bei denen irgendjemand auf? Verachtet man einen saufenden Arbeitgeber? Unterstellt man ihn, dass er nur an seine Flasche denkt? Ihn nicht, aber den kleinen Popel, der arbeitslos geworden ist, schon.

Wir lassen uns teilen.

Das wichtigste Problem ist doch, dass durch die Machenschaften der besitzenden Klasse Europa an die Wand gefahren wird. Schauen wir unsere Städte an. Die Infrastruktur geht immer mehr kaputt. Damit meine ich nicht nur die Straßen, ebenso die öffentlichen Gebäude, wie Schulen, Kindergärten, die Kanalisation. Der Regen wird doch für viele Gebiete zum Chaos, weil die Kanalisation nicht mehr in Ordnung ist und das Wasser nicht mehr fassen kann. Das römische Reich hatte in seiner Endphase die gleichen Probleme, wie heute Europa.

Deutschland, genau wie Europa, könnte es schaffen, wenn es radikal umdenkt. Die Mittel sind mehr als da. Die Gesellschaft an sich ist reich. Man könnte, wenn man wollte. Aber man will nicht. Durch egoistischer Raffsucht der besitzenden Klasse, die den Zusammenhang nicht mehr blicken, geht alles den Bach herunter.

Welche Antwort wird es heute geben? Die Antwort der 30-er Jahre des vorigen Jahrhunderts? Ich fürchte ja. Früher oder später.

Was hat das nun mit Opel zu tun. Alles! Opel ist das Sinnbild unseres Untergangs in Raten.

Kommentare:

  1. Hallo PeWi,

    habe heute Dein Blog entdeckt. Gefällt mir gut.

    Zu "Deutschland, genau wie Europa könnte es schaffen, wenn es radikal umdenkt... Man könnte, wenn man wollte. Aber man will nicht..."
    Ich glaube es liegt nicht daran, dass Mensch nicht will, sondern dass er nicht weiß wie setze ich um was ich möchte. Es gibt unendlich viele Wege Veränderung herbeizuführen und jeder muß SEINEN Weg finden. Wer seinen Weg finden will, muss erst einmal wissen WAS er will und WARUM er es will. Dazu braucht Mensch Zeit, Zeit die er oftmals glaubt nicht zu haben, weil ihm anderes wichtiger scheint.

    Liebe PeWi, hoffentlich mißverstehst Du mich jetzt nicht.

    Liebe Grüße
    Margitta

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  2. Ja, du hast Recht, auch das spielt eine Rolle.

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