Donnerstag, 26. November 2009

Wir sind Opel

Diese T-Shirts sind einfach nur lächerlich. Natürlich sind die Opel-Mitarbeiter NICHT Opel. Sie haben's nur noch nicht kapiert. Ihnen gehört nichts von diesem Werk. Sie müssen dort nur ihre Arbeitskraft verkaufen. Und bei dieser europaweit hohen Arbeitslosigkeit, könnten diese Werke auch mit anderen Arbeitskräften betrieben werden, z.B. mit Leiharbeitern oder anderen Billigarbeitern. Eigentlich benötigt man diese Werke überhaupt nicht mehr. Es gibt viel zu viele Autos auf der Welt. Sie werden auf Halde produziert.

Motzt der Betriebsratsvorsitzende von Opel, dass GM eine lausige Informationspolitik betreibe. Mein Gott, was erwartet denn der Mann? Gibt es einen Konzern, der seine Mitarbeiter und seine Betriebs- oder Personalräte gut informiert? Die werden doch immer vor vollendete Tatsachen gestellt. Und wie oft erfahren  Mitarbeiter erst aus den Medien, was mit ihnen passieren soll. Meint etwa Herr Franz, dass er mehr als ein Kuli wäre? Wo lebt dieser Mann?

Wenn ich Konzernchef wäre, würde es mich ein Teufel scheren, was ein Herr Franz denkt. Meine Mitarbeiter würden letztendlich schon früh genug erfahren, wenn sie gekündigt werden. Und wenn ich wirklich ein Werk schließen würde, dann doch wohl das, wo ich keine Steuergelder dafür bekäme. Was schert einem Konzernchef die Familien seiner Arbeitskräfte? Ein Konzernchef hat sich vor seinen Aktionären zu rechtfertigen und satte Gewinne einzufahren. Nicht mehr und nicht weniger!

Und was regt sich ein Herr Franz darüber auf, dass jetzt Deutschland die Hauptlast tragen solle. Ihn hat es doch wohl nicht gestört, dass bei Magna die anderen europäischen Werke verblutet wären. Jetzt erhalten die Deutschen die Retourkutsche für ihren Magnabevorzugungsdeal. Nichts anderes. Hat etwa ein Herr Franz gemeint, dass er ein Co-Manager wäre? Er, der Hungerleider? Das ist ein fataler Irrtum, dem Herr Franz aufgesessen wäre. Ein WIR gibt es im Kapitalismus zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer NICHT.

Nur die Arbeitnehmer haben das noch nicht begriffen. Sie meinen doch wirklich, dass sie gebraucht werden. Das sicherlich schon, aber nur bedingt. Die Autowerke könnten auch ganz gut in Indien weiterexistieren.

Deutschland hat mit Europa in Punkto Opelwerke vorher keine Solidarität geübt. Wieso meint man jetzt, dass Europa mit Deutschland Solidarität üben sollte?

Jede Regierung hat Wähler, überall in Europa. Und die lassen sich eben gern gegeneinanderhetzen. Es funktioniert auch im Deutschland. Ford-Arbeiter haben sich schon gegen Staatshilfen für Opel ausgesprochen. Ist logisch. Bei zu vielen Autos will schließlich niemand der Verlierer sein. Aber Kapitalismus produziert eben Verlierer. Das ist sein Wesen.

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