Donnerstag, 12. November 2009

Wir sind unterschiedlich

Nun ist er verurteilt worden, der Deutsche, der die Ägypterin erstochen hatte, weil für ihn alle Muslime Terroristen sind. Ein Russlanddeutscher ist er, also überhaupt kein Deutscher und wir räkeln uns in unseren Sesseln und meinen, dass wir ganz anders sind. Sind wir nicht.

Ich verurteile seine Tat. Nur muss ich feststellen, dass er keinen fairen Prozess bekommen hat. Seine psychische Erkrankung spielte überhaupt keine Rolle. Sein Strafmaß stand von Anfang fest. Es war ein politischer Prozess, der die arabische Welt zufrieden stellen sollte.

Die Materie ist eine sehr schwierige. Hier prallen unterschiedliche Kulturen aufeinander. In Ägypten scheint es die Todesstrafe zu geben, also verstehen viele nicht, warum der Deutsche nicht zum Tode verurteilt worden ist.

Wir haben unterschiedliche Rechtssysteme.

Unser Rechtsstaat mag nicht immer gerecht sein, aber wir leben in einem Rechtsstaat. Wir haben ein Grundgesetz und haben demokratische Grundregeln. Dass sie nicht immer so sind, wie wir das erhoffen, steht auf einen ganz anderen Blatt.

In einem demokratischen Rechtsstaat gibt es einen Prozess mit Staatsanwalt und Verteidiger. Auch Angeklagte haben Rechte. Und man kann in einem Rechtsstaat nicht einfach Internetseiten sperren, weil deren Inhalt uns nicht passt. Wir haben Meinungsfreiheit. Das sollten auch andere Völker versuchen zu verstehen.

Dass es Menschen gibt, die Angst vor Muslimen haben, ist sicherlich auch verständlich. Wir sehen in den Medien hasserfüllte Gesichter, die allen Christen den Tod wünschen. Wir erfahren in den Medien, dass schon in Schulbüchern gedruckt steht, dass man keine Christen als Freunde haben darf. Wir hören vom Koran, dass er Ungläubige verurteilt. Wir sehen im Fernsehen, Terroranschläge von muslimischen Fundamentalisten, die unschuldige Menschen (auch muslimische) einfach töten. Hauptsache es ist blutig. Das verstört uns.

Ich würde es schön finden, wenn sich die arabische Welt, mehr auf sich  selbst konzentrieren würde. Ihre Vergangenheit ist großartig. Sie haben die schönen Künste gepflegt, die Gartenkunst, die Wissenschaft, als bei uns im Mittelalter die Fürsten in kalten, stinkenden Burgen hausten.

Warum besinnt ihr euch nicht auf eure tolle Geschichte? Ihr könnt stolz auf sie sein, stolz auf eure Vergangenheit und diesen Stolz solltet ihr mit in die Gegenwart nehmen und die Zukunft darauf aufbauen. Warum schielt ihr darauf was wir machen und was nicht? Mein Gott, so interessant ist das doch wohl wirklich nicht.

Baut doch lieber ein Gegenmodell auf. Ihr ward einmal tolerant und habt viel für die Weltkultur geleistet. Seid es einfach wieder und zeigt dem Westen, wo die Harke hängt. Es muss nicht jeder so leben wie wir. Unser Gesellschaftsmodell ist schon vom Untergang gezeichnet. Zeigt, wie man es besser machen kann, so wie damals zu eurer besten Zeit in Spanien. Und das mit hocherhobenem Haupt. Warum kümmert ihr euch immer um den maroden Westen? Wir werden untergehen. Und wenn ihr nicht endlich euer eigenes Ding macht, werdet ihr mit in den Abgrund gezogen. Knüpft an eure goldenen Zeiten an!

Mit Fundamentalismus auf allen Seiten, wird's nichts werden. Immer mit den Fingern auf andere zeigen und sich selbst als die Krönung der Kultur zu sehen, ist nicht produktiv und schafft keinen Frieden in der Welt. Dem kleinen Popel auf der Straße hilft dieser Zwist nicht, von ihm profitieren nur machtgeile, gierige Besitzende.

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