Freitag, 15. Januar 2010

Die Bankrotterklärung der menschlichen Intelligenz

Ein Meteorologe im MDR (mein Lieblingssender, weil er so schlecht ist), meinte, dass er noch nicht sagen könne, wie es am Wochenende werden wird (ist schließlich kein Wahrsager). Nun kommt's: Der Computer hat sich noch nicht entschieden! DER COMPUTER! Nun frage ich mich, wozu hat der Mann studiert? Hat er nur gelernt, wie ein Computer abgelesen wird? Lässt er seine Arbeit nur noch durch den Computer erledigen? Und wenn der mal kaputt geht? Wenn das Programm mal abstürzt? Wenn das Computernetz mal gehackt wird? So abwegig ist das ja alles nicht. Was dann? Steht er dann sprachlos vor seiner Wetterkarte? Weiß er dann noch, was er machen muss? Soll ich vor so einem Mann überhaupt Achtung haben? Was haben die Meteorologen früher gemacht, als es noch keinen Computer gab? Schlechter waren sie bei der Vorhersage jedenfalls nicht. Die letzten Tage hat der Wetterbericht sowieso nur oberflächlichen Müll erzählt. Und da leisten sich die MDR-Nachrichten noch einen Meteorologen. Der Sachsenspiegel stellt ein paar Magertussis vor die Kamera, die oft noch Probleme mit grammatikalisch ordentlichem Deutsch haben. Wahrscheinlich sind sie vor allem billige Arbeitskräfte. Müssen sowieso nur ablesen.

Gut, der Meteorologe steht im Rampenlicht und gibt Nachprüfbares von sich.

Lieschen Müller und Hans Jedermann sind nicht allzusehr anders. Sie haben Handys. Nein nicht nur, wenn man sie wirklich braucht. Lieschen Müller und Hans Jedermann sind hochwichtige Leute, die immer und überall telefonisch erreichbar sein müssen. Nicht auszudenken, wenn Frau Lehmann Lieschen Müller nicht mitteilen könnte, dass sie zu Hause gerade Kaffee trinkt. Frau Müller würde das fehlen. Sie kann sich diesen Luxus zur Zeit nicht leisten, da sie sich im Supermarkt entlang der Regale hangelt. Sie wiederum ruft Herrn Müller an: Heinz, haben wir noch Mehl im Haus? Haben wir noch Äpfel in der Schale? Lieschen Müller hätte das auch vorher wissen können, bevor sie in den Supermarkt aufgebrochen ist. Aber wozu sollte sie ihren Kopf anstrengen, wenn's ein Handy gibt.

Zwischenzeitlich hat sich Hans Jedermann angezogen, um sich mit seinem Freund zu treffen. Beide gehen los, um irgendwann festzustellen, dass sie weder Zeit noch Ort ihres Treffens bestimmt haben. Wozu sollten sie sich auch den Kopf anstrengen, wenn's ein Handy gibt. Hans Jedermann setzt sich nun in sein Auto und wirft sein TomTom an, fährt stur nach der Sexystimme des Mädels in dem Gerät und landet dummerweise auf einem Feldweg und fährt sich fest. Er hätte zwar auch auf die Straßenschilder schauen können, aber wozu? Er hat seinen Minicomputer und Computer lügen nie. Er greift zum Handy und lotst seinen Freund auf den Feldweg, der inzwischen in der Kneipe um die Ecke eingetrudelt war. Ein Treffen auf einem Feldweg ist mal was anderes.

Frau Lehmann hat inzwischen ihre Emails gecheckt. Das macht sie immer. Schließlich besitzt sie ein Smarthpone. Genervt schaut sie auf ihr Display: 100 Spams - sonst nichts. Naja, sie hat ja auch gar keine Emailfreunde, die ihr schreiben könnten, aber man checkt das eben, weil man sonst eine Ignorantin wäre.

Auch Herr Müller zückt sein Smartphone. Er ruft einen App nach dem andern auf: Aktienkurse (er hat keine), die neuesten Rezepte (er kocht überhaupt nicht), der Wetterbericht sagt ihm, dass es regnet (er weiß es bereits) und ... und ... und ... Ich spare mir die Einzelheiten. Er fotografiert noch schnell einen Müllbeutel. Das Bild könnte er ja jemanden schicken. Hochinteressant. Mist, er hat gar niemanden, der sich für sein Bild interessiert. Macht nichts. Seine Frau muss den Lückenbüßer spielen. Die ist immer noch im Supermarkt, steht an der Kasse, hat ihre Lebensmittel alle schon auf's Band gelegt, ist fast bei der Kassiererin und - es klingelt: Ein BILD, ein SUPERBILD! Genau darauf hat sie genau zu dieser Zeit gewartet. Verzückt versinkt sie in den Anblick des Müllbeutels. Ein wirklich tolles Bild. Sie ruft sofort zurück und alle in der Schlange freuen sich mit ihr, dass sie von ihrem Mann dieses tolle Foto geschickt bekommen hat.

Was rege ich mich nur über den Meteorologen auf?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich, dass du kommentierst. Nur beachte bitte:

Kommentare, die rassistisch sind, Hetze gegen bestimmte Personengruppen verbreiten und im Gossenjargon angefertigt werden, sind Spam und werden von mir nicht veröffentlicht. Außerdem mache ich bei unsachlichen und nicht zur Sache gehörenden Kommentaren sowie doofem Gelabere von Trollen von meinem Hausrecht gebrauch.