Montag, 25. Januar 2010

Es ist nicht alles für Geld zu haben

Westerwelle meint, dass es ein Taliban-Aussteigerprogramm geben müsse. Er will Afghanen Geld geben, damit sie nicht mehr bei den Taliban mitmachten. Sie würden nur aus Geldsorgen dort dabei sein. Für einen Außenminister ist diese Feststellung sehr simpel. Sie zeigt, dass er die islamische Stammeskultur in Afghanistan nicht mal Ansatzweise begriffen hat.

Der Westen meint, alles mit Geld regeln zu können. Zu kurz gedacht, Herr Westerwelle. Es gibt viele nichtkäufliche Menschen in der Welt. Der Westen betet das Geld an. Andere Völker nicht. Andere Völker haben noch Ideale oder zumindest wissen sie, wen sie hassen.

Was hat der Westen in Afghanistan gemacht? Er hat eine Marionetten-Regierung installiert, die korrupt ist und überhaupt keine Macht besitzt. Er hat Zivilisten gemordet im Namen der Terrorbekämpfung. Er hat Dörfer, Häuser und Felder zerstört. Er hat gegen die herrschenden Moralnormen verstoßen (es sind deren Moralvorstellungen, die wir nicht selbstherrlich ändern können). Der Westen hat die Menschen gegen sich aufgebracht. Und da soll es Menschen geben, die sich durch Bestechung von den Taliban lösen? Und was soll dann aus den Menschen werden? Deren Leben ist doch in der Folge bedroht. Kollaborateure werden überall gehasst. Wirkliche Aussteiger wird man nicht finden können.

Westerwelle will sich doch nur als der gute, reiche Onkel aus dem Westen feiern lassen, der den armen Leuten leutseelig unter die Arme greift und ihnen ein Brosamen hinwirft. Das ist doch die typisch westliche Mentalität. Dann müssen die Bestochenen Dankbar sein. Das ist der wichtigste Teil der Operation "Geld gegen Taliban" - die unendliche Dankbarkeit gegenüber den reichen Onkel aus dem Westen. Pahhh

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