Freitag, 22. Januar 2010

Sie haben es immer noch nicht begriffen

Wer? Und was? Die Opelmitarbeiter! Sie sprechen davon, dass GM ihnen eine Kriegserklärung wegen der Schließung des Antwerpener Werkes und wegen des massiven Stellenabbaus an anderen Standorten vor die Füße geworfen hätte. In Deutschland sagt man, dass es keinen Beitrag der Arbeiter zur Sanierung des Werkes gäbe. Wofür halten sich denn die Arbeitnehmer? Wer sind sie denn schon? Sie sind Rädchen im Getriebe des Kapitalismus. Und Kapitalismus funktioniert eben so. Höchstprofit ist das Ziel. Nicht mehr und nicht weniger. Haben die Arbeitnehmer in dieser Republik immer noch nicht begriffen, dass sie entbehrlich sind? Dass es überhaupt nicht um sie geht? Es geht darum die Gewinne derjenigen nicht zu schmälern, denen die Werke gehören. Sie gehören nicht den Arbeitnehmern. So einfach ist das. Wir leben in einem globalisierten Kapitalismus, der keine gesellschaftspolitische Konkurrenz mehr hat, auf die er Rücksicht nehmen bräuchte. Hat sich das in der Arbeitnehmerschaft noch nicht rumgesprochen?

Und seien wir mal ehrlich. Wer braucht die ganzen Autos schon, die auf Halde produziert werden? Gibt es massive Binnennachfragen? Gibt es einen starken Binnenmarkt? In Deutschland nicht. Da dümpeln die kläglichen Reste des Binnenmarktes so vor sich hin. Und unsere Regierung wird ein Teufel tun, ihn zu beleben. Sie hat ihn ja schon über mehrere Jahre hin abgeschafft. In dieser Hinsicht sind die Konzerne doch zu verstehen. Würde irgendjemand von denen, die lautstark den Erhalt aller Arbeitsplätze fordern, nicht ebenso handeln? Würde er nicht auch aufhören, etwas in Massen zu produzieren, was er nicht mehr verkaufen kann?

Wir können jammern und klagen. DAS IST KAPITALISMUS!!!

Und wenn wir Kapitalismus wählen, erhalten wir eben Kapitalismus.

Solange wir an einer Wachstumsphantasie bis ins Unendliche hängen, solange wir nicht darüber nachdenken, wie Arbeit organisiert sein sollte, solange wird sich nichts ändern.

Wir müssen damit beginnen, Arbeit anders zu werten. Arbeit ist nicht das alleinseeligmachende Lebenselexier. Wie kommen wir nur darauf, dass nur der wertvoll wäre, der Lohnsklave ist. Hauptsache Arbeit! Das kann doch nicht der Lebensinhalt sein. Dass die Unternehmer so denken, darf uns bei unseren Überlegungen nicht stören. Wir müssen uns Gedanken darüberhinaus machen. Wir müssen uns Ziele setzen, die eine Arbeitsgesellschaft überwindet. Das sind keine Utopien. Es gibt schon heutzutage in unserer Republik genügend gesellschaftlichen Reichtum. Nur ist der falsch verteilt. Wir müssen es nur anpacken. Endlich tragfähige Ideen entwickeln. Und es ist ja nicht so, dass es diese Ideen noch nicht gibt. Da muss man gar nicht bei Marx nachschauen, wenn man den nicht mag. Gene Roddenberry hat es uns ebenfalls vorgemacht. Wir müssen endlich beginnen, zuerst einmal gedanklich, den Kapitalismus zu überwinden. Wenn wir im Kopf das neue Gesellschaftsbild ausgearbeitet haben, wird es auch in der Praxis beginnen können.

Unsere Regierung wird es nicht tun. Regierungen sind das Herschaftsinstrument der besitzenden Klasse.
Ihr ist es egal, was aus den Familien wird, wenn sie den anderen nur recht lange einredet, dass die Herausgefallenen Schmarotzer sind, Lebensuntüchtige, Dumme ohne Bildung usw. usf. Sie wird den Teufel tun, dem Grundgesetz Geltung zu verschaffen, das die Menschenwürde aller verspricht. Es gibt immer noch genügend von uns Hanseln, die verblendet sind und meinen, nur weil sie Lohnsklave sind oder sich selbst ausbeuten, sie nun zu den Leistungsträgern der Gesellschaft gehören würden. Aufwachen!

Haben wir nicht einmal gerufen Wir sind das Volk? Wollten wir wirklich nur ein Auto und die 5-Minuten-Terrine?

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