Donnerstag, 11. Februar 2010

Alte Männer bangen

Da saßen sie in der arte-Runde. Alte Männer, Journalisten, die um ihren Fortbestand bangen, die die freie Meinungsäußerung im Internet am liebsten zensieren würden (oh nein, dieses Wort fiel natürlich nicht, sie können in Andeutungen sprechen), die gegen das Internet wetterten, deren Inhalte zumindest alle kostenpflichtig machen würden und der Sermon des immerwährenden Einerleis.

Nur - sie wollten es so. Als sich die Journalisten an die Kapitaleigner ihrer jeweiligen Staaten verkauften, läuteten sie ihren Untergang ein.

Wer soll eine Zeitung kaufen, in der das gleiche steht, wie uns das Öffentlich-Rechtliche tagtäglich offeriert?
 
Wer soll eine Zeitung kaufen, die das neoliberale Sprachrohr der Herrschenden ist?

Die uns tagtäglich sagt, wie entbehrlich wir sind?

Die uns dafür noch Geld abknöpfen will?

Die bewusst Unwahrheiten zu Lasten der kleinen Leute und Arbeitslosen unter die Menge bringt.

Wieso soll ich mir von einem Journalisten sagen lassen, dass Rentner über ihre Verhältnisse leben? Dass es richtig ist, dass sie Abstriche machen müssen? Wieso?

Wieso hetzen sie gegen Arbeitslose? Alleinerziehende Mütter?

Wieso sagt nicht endlich ein Journalist der führenden Zeitungen, dass wir kleinen Leute nicht über unsere Verhältnisse gelebt haben?

Dass wir kleinen Leute nicht laufend den Gürtel enger schnallen sollen?

Das wir kleinen Leute endlich mal entlastet werden, von denen, die unser gesamtes Geld einsacken?

Dass endlich mal diejenigen zahlen, die auch den Schlamassel angerichtet haben, in dem wir uns gerade befinden?

Wieso zeigen ihre Finger immer nur auf uns?

Und wenn wir das monieren, sind wir nur auf die Reichen neidisch. Ich nicht. Ich brauche keine Millionen. Ich muss nicht in einem Haus mit -zig Zimmern leben und mehrere Autos haben. Ich muss mich nicht an imaginären Zahlen auf meinen Konto freuen. Italienische Schuhe sind mir egal, auch Blazer von Chanel. Ich habe Selbstbewusstsein und benötige für meiner selbst nicht die Krücke Reichtum.

Nur, wer das erkannt hat, warum sollte der noch Geld für eine Zeitung ausgeben? Der braucht keine Journalisten, die den Herrschenden nach dem Maul reden.

Arme alte Männer. So sieht es aus, wenn man sich selbst überflüssig gemacht hat. Die Herrschenden lassen auch euch fallen.

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