Freitag, 19. Februar 2010

Begeisterungsstürme

Wenn ich Arbeitgeberverband und Arbeitgeber wäre, würde ich auch in Begeistungsstürme ausbrechen. Für die Arbeitnehmer der Metallindustrie sehe ich nicht, wo deren Vorteil liegen und an welcher Stelle die in Begeisterungsstürme ausbrechen sollten.

Eine Einmalzahlung ist in die hohle Hand gesch... Die bringt nichts. Dann ab nächstes Jahr 2,7 % mehr, falls das in den Plan der Unternehmen passt. Sie können das Ganze auch von April auf 2 Monate später verschieben. Und wenn ich erst einmal diese Möglichkeit einräume, kann das schon ausgenutzt werden und wenn ich es als Unternehmen geschickt anstelle, schiebe ich noch weiter. Vorziehen werden die Arbeitgeber das auf keinem Fall.

Beschäftigungssicherung. Okay, aber eben nur möglichst. Das wäre mir als Gewerkschaft zu vage gewesen.

Die Lasten der Krise wären brüderlich auf beide Schultern verteilt worden, auf die der Bosse und auf die der Beschäftigten. Ach ja? Irgendwo hat da die Gewerkschaft aber noch nicht realisiert, dass die Beschäftigten schon Milliarden schultern und für die Krise mehr oder weniger allein aufkommen.

Irgendwie mutet das nach Kopfpauschale an. Bosse und Beschäftigte Hand in Hand in eine hellere Zukunft. Hab in der letzten Zeit keinen besseren Witz gehört.

Kommentare:

  1. Volkswirtschaftlich korrespondiert der Abschluss auch mit dem zurückgekehrten politischen Autismus, der in die Krise hineingeführt hat. Prozyklische Antworten überall. Lohnzurückhaltung und der Sparhammer werden mal wieder als alternativlose Wege aufgezeigt. Die parktisch erfolgreiche Theorie Keynes verschwindet bereits wieder in der Schublade, obwohl gerade Deutschland seine zaghafte Genesung (die in Wahrheit schon längst keine mehr ist), ihm verdankt.

    Würde es die massiven staatlichen Investitionsprogramm weltweit nicht geben, Deutschland stünde noch schlechter da und könnte nicht schon wieder großkotzig und arrogant mit dem Finger auf andere Länder wie Griechenland z.B. zeigen, die gerade deshalb so schlecht dastehen, weil Deutschland sie niederkonkuriert, in dem es die Produktivität ständig erhöht und gleichzeitig Löhne senkt bzw. nicht adäquat erhöht.

    Die Jubelschreie sind in der Tat nicht zu verstehen. Sie zeigen aber auch, wie schrecklich gleichgeschaltet Politik, Wirtschaft und Medien in diesem Land sind. Der Schock der Krise hat offenbar zu keinem Lerneffekt geführt. Die Chance eines Neuanfangs scheint jedenfalls verpasst. Vor allem wenn genau jene politischen Kräfte und Wendehälse weiterhin das Sagen haben, die weder etwas von dem verstanden haben, was sie vorher gepredigt haben, noch von dem verstehen, was sie nach dem Schock über Keynes predigten.

    Der Opportunismus dieser Versager treibt sie geradewegs zurück in das alte Glaubensmuster. Einfach nur schlimm. Doch der nächste Absturz steht bereits vor der Tür. Das sei nur für den Fall gesagt, dass es hinterher wieder heißt, davon sei man nichtsahnend überrascht worden.

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  2. Stimmt. Nur, wollte man überhaupt einen Neuanfang? Für diejenigen,die alles besitzen, läuft es doch nicht schlecht. Ein paar kleine Einbrüche in der Portokasse unter Umständen. Wir sind eine schlichtweg zu vernachlässigende Größe und dürfen froh sein, dass man uns noch irgendwie am Leben lässt. Manches Mal frage ich mich, wieso ist der Mensch auf der Straße soooo blind.

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