Montag, 1. März 2010

Flieh. Und nimm die Dame mit

Eine Buchbesprechung? Und hier? Ich nehme diese Buchbesprechung zum Anlass, um die Einleitung des Autors der Rezension, Wilfried John, zu übernehmen, der richtige Worte zum Thema "Leistung - Leistungsträger" seiner Buchbesprechung vorangesetzt hat. Wer sich für das Buch interessiert, kann die Rezension   HIER   weiterlesen.


Titel: Vorsicht, Buchbesprechung! Eine Rezension des Werks "Flieh. Und nimm die Dame mit" von Marcal Aquin
Autor: 7

Beitrag: Leistung. Für gewisse Begriffe ist es eigentlich erforderlich, dass man sich
ihrer ursprünglichen Bedeutung wieder bewusst macht, denn sonst geht
man bei der Verwendung des Begriffs leicht in die Irre. Warum man in die
Irre geht? Nun, weil der Begriff seit langem von gewieften Polit-
Pharisäern und Wirtschafts-Abstaubern okkupiert und so in Misskredit
gebracht wurde. Physikalisch bedeutet Leistung, Arbeit in einer gewissen
Zeit. Arbeit aber, in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffes,
bedeutet, ein reales Produkt herzustellen.

An all das muss ich denken, wenn da – z.B. in Betrieben – von
Leistungsträgern schwadroniert wird; gerne bezeichnen Personalchefs
ihre Leitenden Angestellten oder sich selbst so. Anderswo bieten Banker
in der Werbung für ihr Abzocker-Institut lauthals Leistung aus
Leidenschaft an. Von welcher Leistung ist da die Rede? Von der Gabe
sich mit den Arbeitsergebnissen anderer Leute zu brüsten? Es tut mir
leid, ich halte Efeu zwar für eine hübsch anzusehende Pflanze, aber der
Baum den es erdrückt gefällt mir besser.

So lange wir es uns noch leisten all die Abstauber durchzufüttern,
müssen wir es uns wohl gefallen lassen, dass der Efeu sich für den Baum
ausgeben kann und weiter wuchert. Das nennt sich dann Wirtschafts-
Wachstum… und es ist genauso schädlich wie der Efeu. Im Namen dieses
Wachstums werden nämlich alle Ressourcen dieser Welt rücksichtslos
ausgebeutet… natürlich nicht von den Leistungsträgern, sondern von
denjenigen, deren Arbeitsergebnisse man sich aneignet. Dabei achten
die Leistungsträger (das kommt wohl von Arbeit anderer wegschleppen)
sehr fein darauf, dass die Anderen für ihre Arbeit nicht allzu viel
bekommen, damit diese ja nicht in der Lage sind, irgendetwas zu
schonen… sich nicht, die Umwelt nicht und auch nicht ihresgleichen.

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