Dienstag, 23. März 2010

Muss man das verstehen?

Gerade als ich meine Brotbackmaschine füllte, hörte ich nebenher irgendein Fernsehgeblubbere, das sich mit den zu erwartetenden Profiten beim Pflegemarkt auseinandersetzte. Nungut, das Wort Profit wurde nicht in den Mund genommen und mit der Pflege wurde sich auch nicht auseinandergesetzt. Das darf man von unseren Medien - hier war es das Öffentlich-Rechtliche - auch nicht erwarten. 

Zwischenfrage: Wozu haben wir dann öffentlich-rechtliche Medien, die wir bezahlen? Aber das nur am Rande.

Was mich aufhorchen ließ, waren die Einwürfe von einem Herrn im gutsitzenden Anzug zur Debatte um Mindestlöhne im Pflegebereich. Ich weiß nicht wer er war, da ich mit meinem Brot beschäftigt war und zu spät hingeschaut hatte. Aber was er sagte ... Sinngemäß blubberte er so vor sich, dass ein Mindestlohn Faulheit bei der Arbeit und Desinteresse zur Weiterbildung hervorrufe. Hääää???

Jetzt sind wir also wieder bei dem faul vor sich hinstinkenden Arbeitnehmer, den man ja nicht so sehr viel Geld in den Rachen schmeißen sollte, da sonst römisch-dekadente Verhältnisse einreißen würden. Die deutsche Pflegerin, der deutsche Pfleger bei Mindestlohn das faule dekadente Tier, was seinen A... nicht mehr drehen will. Und bohnenstrohdumm ist er dann ebenso. Er hat dann keine Lust mehr, zu lernen. Er verprasst dann lieber sein Geld mit Alkohol, raucht sein Pfeifchen (mit was auch immer gefüllt) und wird vor dem Fernseher bei Big Brother fett.

Im Umkehrschluss heißt dass doch wohl. Nehmen wir lieber unterbezahlte oder welche nach dem Vorschlag von Frau Hannelore Kraft bezahlte - äh nichtbezahlte - Arbeitskräfte. Man-oh-man, sind die dann fleißig. Die werden schuften und schuften, von einer Weiterbildung zur nächsten eilen. Es lebe die nichtbezahlte Pflegekraft!

Ja, das hätten wohl unsere sogenannten Eliten gerne so.

Kommentare:

  1. Wenn einer fleißiger wird, je weniger er bezahlt
    wird, sollte man die Herren mal nach ihren Gehältern fragen.
    Dann kann man nochmal genau über diese Aussage nachdenken...
    Wie war das doch nochmal mit dem "anstrengungslosen Wohlstand?"

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  2. Hilfe, wo ist der Kommentar??? Er hatte doch den Finger auf dem Punkt!

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  3. Vielleicht soll uns aber auch nur unterschwellig untergeschoben werden, dass Arbeit bereits ein Wert "an sich" sei. Man arbeitet um der Arbeit willen und nicht um seinen kärglichen Lebensunterhalt zu finanzieren. Für diese Arbeit ist dann Gottes Lohn fällig ;-)

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