Mittwoch, 31. März 2010

Rechnet es sich?

Das ist heute die erste Frage, die gestellt wird. Rechnet es sich. Und warum muss sich alles rechnen?

Deutschland liegt z.B. bei den Lohnstückkosten der Industriestaaten ganz weit hinten. Und trotzdem soll sich Arbeit nicht rechnen. Wieso? Ist Arbeit nur eine Frage des Preises?
Fragen wir mal andersherum. Wann wird gute Arbeit geleistet?

Wenn wir von Arbeit und nicht von einem Job sprechen. Jobs hat man oder auch nicht. Man hängt nicht mit der Seele an einem Job. Jobs sind nur dazu da, um Geld zu verdienen.

Wenn wir von Arbeit sprechen, meinen wir nicht irgendwelche. Spaß muss sie machen. Wenn man Arbeit gibt, möchte man, dass seine Leistung anerkannt wird, materiell, aber ebenso ideell.

Wenn wir von Arbeit sprechen, meinen wir Arbeit, die uns fordert, die uns neue Erkenntnisse beschert.

Wenn wir von Arbeit sprechen, meinen wir Arbeit, die wir verändern können, wenn uns eine kluge Idee einfällt. 

Wenn wir von Arbeit sprechen, meinen wir richtige Arbeit. Arbeit, die gleichwertig mit anderen Tätigkeiten bewertet wird. Chefs sind nicht besser, nur weil sie Chefs sind. Ohne Mitarbeiter, wäre ein Chef aufgeschmissen. Er trägt die Verantwortung für das Zusammenspiel aller im Team. Nicht mehr und nicht weniger. Er ist dadurch nicht der liebe Gott persönlich. Er ist auch nicht -zig Mal mehr wert, wie sein kleinster Mitarbeiter. Ohne dem, wäre er kein Chef.

Würden wir im 21. Jahrhundert leben können, wenn wir uns damals, als wir noch durch die Steppen streiften als Jäger und Sammler, immer nur gefragt hätten: Rechnet sich das? Wenn wir nur so gefragt hätten, was wäre dann mit dem weisen Alten geschehen, der nicht mehr auf die Jagd gehen konnte? Er hat sich sicherlich nicht gerechnet, im heutigen Sinne. Er war sicherlich im heutigen Sinne ein Kostenfaktor. Er aß Fleisch - ohne an der Jagd teilgenommen zu haben. Aber er konnte an die kleinen Jungen seine Jagderfahrungen weitergeben.  Also war er überhaupt kein Kostenfaktor. Er war anerkannt und wurde geliebt. Was wären wir für Wesen geworden, wenn es nicht so gemacht worden wäre? Wären wir vielleicht schon ausgestorben. Sicherlich!

Hätten wir heute eine Sixtinische Madonna, wenn wir damals als Jäger und Sammler gefragt hätten: Rechnet sich das? Die Felsmalereien haben sich in dem Sinne sicherlich nicht gerechnet. Die Ketten aus Knochen, die Bemalung der Haut, hätten die sich gerechnet? Es gab noch keine Schmuck- und Kosmetikindustrie. Die Menschen habe es gemacht, weil es ihnen Spaß machte. Irgend jemand hat begonnen mit Erdfarben die ihn umgebenden Tiere auf Felswände zu zeichnen oder sie in Felswände zu ritzen. Ob das immer mit Ritualen verbunden war, wer will das wissen? 

Menschen sind kreative Wesen. Sie legen nicht die Hände in den Schoß, wie man uns das heute weißmachen will. Und wenn sie es tun, hat man ihre Kreativität kaputt gemacht - kaputt durch Vorurteile, kaputt durch Geringschätzung von Leistungen, kaputt durch das bewusste Brechen ihrer Menschenwürde und durch geistige Entwurzelung.

Werden wir so weiterleben können?

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