Freitag, 16. April 2010

Kriegsgedanken 2. Teil

Nicht weit weg vom Hartmannswillerkopf befindet sich der Gipfel des Grand Ballon. Auch hier ist der "Helden"tod gegenwärtig.

... Wieder Krieg. Raymond Poincaré, ehemaliger französischer Staatspräsident, weihte 1927 ein Denkmal für ein Gebirgsjägerbataillon, die Blauen Teufel, die hier im 1. Weltkrieg kämpften, ein. Ein verwegener Soldat tritt uns aus einer Säule entgegen, schaut unbestimmbar ins Land. Wieder ein Hero, wieder Inschriften, wieder Blut und Boden, wieder eine heiliges Bündnis gegen den Feind. Wieder Tod … Alles wie gehabt. Wieder haben die kleinen Soldaten den Blutzoll geleistet … wieder keine schwarzen Flaggen für die Trauer um die sinnlos dahingemordeten. Hat das nie ein Ende? Die Frage ist jetzt rein rhetorisch. Ich weiß, dass es nie ein Ende haben wird. Wir Menschen werden uns solange aufeinanderhetzen lassen von einer Handvoll selbsternannter Eliten, bis wir uns alle gegenseitig vernichtet haben werden. Dann ist Ruhe. Die Erde kann aufatmen. Die zänkische, biologische Lebensform wird endlich weg sein. Ob jemand dann denken wird? Ist aber schade. Die hatten doch soviel Potenzial. Leider haben sie es nur für Mord und Totschlag eingesetzt. Nein, ich denke, es wird niemand da sein, der vom Weltraum aus über das Ende der Menschheit philosophieren kann. Wir waren da, hatten unsere Chance und haben sie nicht genutzt und mussten abtreten. Unsre Schuld ...

Ich habe heute in einem Blog dieses Lied gefunden und möchte dazu den Text hier mit dazustellen.

Es ist an der Zeit
Lade Songtext von http://lyricwiki.org/Hannes_Wader:Es_Ist_An_Der_Zeit (http://lyricwiki.org)

Weit in der Champagne im Mittsommergrün
Dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blüh'n
Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht
Im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht
Auf deinem Kreuz finde ich toter Soldat
Deinen Namen nicht, nur Ziffern und jemand hat
Die Zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt
Und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt

Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Hast du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt
Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedei'n
Warst Soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein
Vielleicht dachtest du Dir, ich falle schon bald
Nehme mir mein Vergnügen, wie es kommt, mit Gewalt
Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
Vor dir selber geschämt und es doch nie getan

Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Soldat, gingst du gläubig und gern in des Tod?
Oder hast zu verzweifelt, verbittert, verroht
Deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluß?
Ich hoffe, es traf dich ein sauberer Schuß?
Oder hat ein Geschoß Dir die Glieder zerfetzt
Hast du nach deiner Mutter geschrien bis zuletzt
Bist Du auf Deinen Beinstümpfen weitergerannt
Und dein Grab, birgt es mehr als ein Bein, eine Hand?

Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur
Von deinem Leben, doch hör' meinen Schwur
Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein:
Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein
Dann kann es gescheh'n, daß bald niemand mehr lebt
Miemand, der die Milliarden von Toten begräbt
Doch finden sich mehr und mehr Menschen bereit
Diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit

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