Freitag, 2. April 2010

Wem nützt es?

Es ist ein Gesetz mit gewaltiger Wirkung: Rund zehn Milliarden Euro wird die Rentengarantie die Beitragszahler bis 2015 kosten. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler des Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demografischer Wandel in ihrer neuen Studie "Rentenanpassung 2010 - Wem nützt die Rentengarantie?".  SPON
Na, wem nützt die Rentengarantie? Allen natürlich! Wer nicht weniger Geld hat, muss seinen Konsum nicht einschränken und wer kauft, sichert Arbeitsplätze am Binnenmarkt.

Ach ich vergaß, der Binnenmarkt ist den deutschen Eliten ein Dorn im Auge. Auch unsere Kanzlerin hat absolut keine Ahnung davon und vergisst schlichtweg den Binnenmarkt. Ach, bin ich schon wieder schusselig. Ich hatte doch vergessen, dass die Kanzlerin ihr Wahlvolk schlicht und ergreifend sowieso vergessen hat. Seit der letzten Wahl existieren wir für sie nicht mehr. Ausland ist schöner. Schließlich hüpft sie an den Drähten der globalen Großindustrie Deutschlands.

Noch eine absurde Idee des "Institutes". Ich muss das jetzt mal in Anführungsstrichen setzen. Ich stelle mir ein Institut doch etwas anders vor. Neoliberalen Quatsch kann jeder nachbeten. Dafür bräuchte es keine hochbezahlten Mitarbeiter.


"Die Rentengarantie birgt ein großes Schadenspotential" (ebendort zu finden)

Ein Institut (!) faselt davon, dass dadurch das Rentensystem ruiniert werden würde. Ich habe schon einmal darauf hingewiesen, dass Rente eine Versicherungsleistung ist und dementsprechend nicht nach Kassenlage gezahlt werden sollte, wie es die Bundesregierung in den letzten Jahren immer wieder gemacht hat. 

Des Weiteren sollten sich doch mal die Nichtwissenschaftler diesen Nichtinstitutes fragen, wer die Rentenversicherung eigentlich wirklich kaputt macht. All der hoch gelobte neoliberale Müll schädigt unser Rentensystem. Niedrigslöhne, Arbeitslosigkeit, 1-Euro-Jobs, Kein-Euro-Jobs - all das sind Faktoren, die das gesetzliche Rentensystem schwächen. So wird es immer schwerer, dass eine Generation für die andere einstehen kann. 

Das ist so gewollte. Es wird das Lied der Privatisierung gesungen. Man träumt davon, die Beiträge zur gesetzlichen - auch wenn sie geschrumpft sind - vollständig in die private Versicherung zu lenken. Arbeitgeber träumen davon, nichts mehr dafür zahlen zu müssen. Vogelfrei sollen die Menschen sein und die Unternehmen bar jeder Verantwortung für diejenigen, die ihre Taschen füllen. 

Wenn sich da mal nicht die Privaten in den Finger geschnitten haben.  In ihrer Geldgier übersehen sie etwas. Arme Menschen können keine private Versicherung abschließen. Sie haben dafür kein Geld. Mal davon abgesehen, dass die private Versicherung unsicher ist. Schauen wir uns um und machen die Augen auf. In der Welt sind schon sehr viele Pensionsfonds Pleite gegangen und die Menschen standen ohne Geld im Alter da.  Soviel zur hoch gelobten Versicherungsindustrie.

Was ist nun besser? Eine gesetzliche solidarische Altersversicherung oder eine am Aktienmarkt? Eine, mit der in Monte Carlo gespielt werden darf - ähm natürlich meine ich, an der Börse, obwohl der Unterschied marginal ist, zumindest im Verfahren. Der große Unterschied ist, dass an der Börse mit dem Leben der Menschen gespielt wird.


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