Freitag, 30. April 2010

Weniger Arbeitslosigkeit?

Mit schöner Regelmäßigkeit wird das Monat für Monat gemeldet. Herr Brüderle spricht gar von einem Jobwunder. Dazu sollten mal ein paar winzige Fragen gestellt werden.

Wer soll eigentlich einstellen? Sicherlich wird dieses oder jenes Unternehmen mal jemanden einstellen, vielleicht auch einen Arbeitslosen, aber niemals soviel wie die Arbeitslosigkeit abgebaut sein soll.

Nungut, es gibt Tätigkeiten, die erst jetzt wieder anlaufen können, weil sie vom Wetter abhängig sind. Und die betroffenen Unternehmen stellen dann ihre vorher in die Arbeitslosigkeit geschickten Arbeitskräfte wieder ein. Das ist, wenn alles gut geht, ein Nullsummenspiel. Nur, sind es so viele? Und als Jobwunder darf man das ja nun nicht betrachten, da diese Arbeitskräfte Saisonarbeitskräfte sind und immer wieder benötigt werden.

Wenn es so wäre, dass die Arbeitslosigkeit sinken würde, hieße das, dass es mit der Wirtschaft wieder aufwärts gehen würden.  Bräuchten wir dann ein sogar noch verlängertes Kurzarbeitergeld? Kurzarbeitergeld und sinkende Arbeitslosigkeit passt in meinen Augen irgendwie nicht zusammen. Und wie ich gehört habe, gibt es Überlegungen, das Kurzarbeitergeld auch nach 2012 weiterzuzahlen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass bei den Kurzarbeitern auch welche mit Kurzarbeit "Null" dabei sind - also arbeitslos sind. 

Eine große Anzahl von Menschen beziehen Kurzarbeitergeld  und rund 7 Millionen Hartz-IV-Leistungen, einschl. Aufstocker, dazu kommen eine Masse Leiharbeiter und andere Niedriglöhner, die gerade so an der Aufstockergrenze vorbeigeschrammt sind. Somit kann es auch keine neuen Arbeitsplätze im Handwerk, in kleinen Mittelstandsbetrieben, die den Binnenmarkt bedienen und im Dienstleistungsbereich geben. Der Nachfragefaktor bleibt schlichtweg aus, wegen Geldmangel. Ich sehe das tagtäglich in unserem Einkaufstempel, wo sich die Ladengründungen die Hand reichen. Heute gegründet, morgen Ausverkauf, übermorgen geschlossen. Ich sehe, wie wenig frequentiert die Geschäft sind, außer Billigläden. Ich sehe, dass am Monatsanfang noch Betrieb in den Läden ist und wie ab Mitte des Monats gähnende Leere sich breit macht und gelangweilte Verkäuferinnen sich die Beine in den Bauch stehen. Ich sehe die Schlangen vor den Geldautomaten am letzten Arbeitstag des Monats, wenn es Geld gibt.

Aufschwung sieht anders aus. 

Also wird uns mal wieder in die Tasche gelogen. 1-Euro-Jobber, diejenigen, die in Maßnahmen herumlungern u.ä. stehen vielleicht technisch gesehen, dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Praktisch gesehen, sind sie arbeitslos. Ich erinnere mich noch an einen gewissen Bundeskanzler Kohl, der in den neuen Bundesländern damals auf Stimmenfang für eine Wahl ging, welche weiß ich nicht mehr. Er ließ eine Wahnsinnsanzahl von Ostdeutschen in irgendwelche Maßnahmen stecken. Er beeinflusste damit seine Wiederwahl ganz erheblich.  

Das sollten wir nicht vergessen.


Kommentare:

  1. Liebe PeWi,

    da kann ich Dir nur zustimmen. Die selben Beobachtungen mache ich auch und schlußfolgere ebenso wie Du.

    Liebe Grüße
    Margitta

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  2. Hier gibt e ein paar Erklärungen zum angeblichen Rückgang der Arbeitslosigkeit: http://www.nachdenkseiten.de/?p=5358#h13

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  3. Diejenigen, die bei Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung und anderen diversen Maßnahmen herumlungern müssen, stehen dem Arbeitsmarkt voll zur Verfügung. Der »Sinn« solcher Maßnahmen sollte ja gerade darin bestehen, den armen Arbeitslosen in einen geregelten Tagesablauf zu pressen, um so seine Arbeitskraft für eine reguläre Erwerbstätigkeit zu erhalten. Warum dieser geregelte Arbeitslose trotzdem aus der Arbeitslosenstatistik herausgerechnet wird – und zwar genau von denen, die diese Maßnahmen beschlossen haben – kann sich jeder selbst denken.

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