Freitag, 21. Mai 2010

Heuchlerisch

Es ist schon eigenartig, die Politikwelt. Wir können sie nur erfassen, wenn wir uns immer wieder vor Augen halten: Wem nützen sie.

Nehmen wir mal eine Merkel. FDJ-Sekretärin für Agit-Prop, Hals perfekt um 180 Grad gedreht, in der CDU, stellt ihre Ausbildung bezüglich Marxismus-Leninismus nun voll in den Dienst ihrer Geldherren. Das klingt falsch? Wer Marxismus-Leninismus studiert hat, der hat auch ein "Handzettel" in die Hand bekommen, wie Kapitalismus funktioniert. Der hat gelernt, deterministisch zu denken. Und das macht sie, zumindest im Interesse ihrer Geldherren, nicht in unserem.

Ein Stanislaw Tillich. In der DDR in der CDU, einer Partei, die sich immer besonders eng an die SED angelehnt hatte, die kaum einen eigenen Gedanken pflegte. Er war als Sorbe irgendwie ein Hätschelkind damals. Die DDR pflegte Minderheiten in einem Streichelzoo mit Vergünstigungen für diese Gruppen. Er war in der DDR stellvertretender Vorsitzender des Rates des Kreises und für Handel und Versorgung zuständig. Alle führenden Ratsmitglieder waren stellvertretende Vorsitzende. In dieser Funktion hatte er unweigerlich mit Stasibesuchen zu rechen. Er musste auch monatlich einen Bericht anfertigen über die Lage in seinem Verantwortungsgebiet, den die Stasi erhielt. Außerdem gehörte zu dieser Funktion, der SED Rechenschaft abzulegen über das, was er tat. Nach der Wende wurde er mittelständischer Unternehmer. Frage niemand, wie er das geschafft hat, da er als Handels-und-Versorgungs-Mensch zwar gut verdiente, aber nun auch keine Reichtümer erwirtschaften konnte. Sein Wendehals hat prima funktioniert. Er fasst z.B. die ermäßigten Mehrwertsteuersätze als Vergünstigungen auf. Wirklich sehr christlich.

Im Gegensatz dazu Politiker der Partei "Die Linke". Wenn irgendjemand von ihnen den gleichen Lebenslauf wie die beiden CDU-Politiker sein eigen nannte, schreit die bürgerliche Welt: Die 5. Kolonne der Stasi tritt an. Die wollen die alte DDR wiederhaben. Die waren IM. Wir haben das erlebt und erleben das nach jeder Wahl immer wieder und immer wieder. Prominentestes Opfer ist dabei Gregor Gysi. In seiner Tätigkeit als Anwalt hatte er natürlich mit der Stasi Kontakt. Wie sollte er sonst seinen Job verrichtet haben? Er hatte den selben Kontakt wie ein Herr Tillich und sicherlich auch wie eine Familie Sauer. Nur im Gegensatz zu diesen hat er seine Überzeugung nicht verraten, haben die vielen Politiker der Partei "Die LINKE" nicht ihren Hals um 180 Grad gedreht. Sind diese Menschen noch an uns interessiert, auch wenn's manches Mal schwierig ist, deren Handlungsweisen zu verstehen. Oft stehen Kompromisszwänge dahinter. Jaulen wir bei ihnen nicht gleich auf. Sie sind ehrlicher, als die Wendehälse, die ihre Fahne nach dem Mainstream gehängt haben. 

Nur so am Rande. Wie kann man Menschen vertrauen und sie, z.B. wie einen Herrn Tillich, wählen, wenn sie erst die eine Seite verraten haben und sich dann der anderen angebiedert haben. Wenn die Zeit sich ändert, verraten sie ihre heutigen Dienstherren wieder. 

Wollen wir von solchen Menschen regiert werden?

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