Dienstag, 8. Juni 2010

Aufatmen? Zu früh!

Ich weiß jetzt nicht, warum die Karstadt-Mitarbeiter aufatmen. Sie meinen, dass sie mit Nicolas Berggruen aus dem Schneider sind?

Wieso glauben sie so etwas? Die Firma von Nicolas Berggruen ist eine Holding, eine Immobilien- und Investmentholding. Er kauft, saniert, vermietet Wohn-, Gewerbe- und Büroimmobilien. Er ist ein Globalplayer. Glaubt irgendjemand, dass dem die Angestellten von Karstadt irgend etwas bedeuten? Glaubt das etwa eine Karstadt-Verkäuferin? Er will die Immobilien und die möglichst billig. Die Häuser liegen in hervorragender städtischer Lage. Mit diesem Pfund will er wuchern und sicherlich im wahrsten Sinne des Wortes. Er will Knete sehen. 

Gut, ich halte ihm zu Gute, dass er vielleicht eine Schamfrist einlegt. Dann wird die Situation genauso wieder so sein, wie sie jetzt ist. Bei aller Liebe: Brauchen wir überhaupt noch mehr Verkaufsfläche? Ich halte Nicolas Berggruen nicht für so dumm, dass er sich diese Frage nicht schon selbst gestellt haben mag. Benötigen wir Verkaufsflächen? Genügen nicht die, die wir haben? Wären nicht weniger besser?

Haben Konsumtempel in der Vielfalt bei sinkenden Einkommen überhaupt noch eine Zukunft? Und, dass sollte hier auch mal gefragt werden, wenn diese Häuser weitergeführt werden sollten, haben dann in Deutschland ansässige Verkäuferinnen etwas davon? Vergessen wir nicht, nächstes Jahr können die Osteuropäer in Scharen zu uns kommen, ohne Einschränkungen, und es gibt keinen Mindestlohn.

Ob die Gewerkschaften nun langsam mal beginnen, ihren Job zu erledigen? Ob die Gewerkschaften nicht endlich mal ihr unsägliches Co-Management aufgeben? Nächstes Jahr ist es zu spät.


Kommentare:

  1. Was aus Karstadt und seinen Angestellten wird ist natürlich noch nicht klar. Aber es geht keinesfalls um die Immobilien. Die hat Karstadt schon verkauft und die wurden alle wieder angemietet.
    siehe http://de.ibtimes.com/articles/248/20060328/immobilien-verkauf-karstadtquelle.htm

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  2. Nein, darüber wäre ich mir nicht so sicher. Mir kommt das alles wie eine Neuaufführung Schneider vor. Es ist eine amerikanische Heuschrecke, die das Haus zur Zeit besitzt. Und was heißt das schon. Wer weiß schon, was im Hinterzimmer gekungelt wird. Zwei Heuschrecken unter sich. Da sage mir niemand, dass es nicht um die Immobilie gehe. Worum sonst. Wozu sollte Berggruen sonst Karstadt gekauft haben? Aus Menschenliebe? Weil, wie z.B. Dresdner sagen: Ach wir können uns kein Dresden ohne Karstadt vorstellen? Als ob sie es nicht die ganze Zeit vorher ohne gehabt hätten? Nein, das ist in meinen Augen kindlich gedacht. Ein Finanz-, Immobilien- und Investmenhai, mietet auf die Dauer nicht.

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