Dienstag, 22. Juni 2010

Argenspitzel

Der katholische Sozialethiker Friedhelm Hengsbach hat die Vergabepraxis des Arbeitslosengelds II als „entwürdigend“ bezeichnet. Als Beispiele nannte er eine Praxis des „Herumschnüffelns“ in den Wohnverhältnissen von Hartz-IV-Empfängern sowie Benachteiligungen von sozial schwachen Kindern und Jugendlichen.

Kürzlich habe ich wieder im Fernsehen gesehen, wie Hausbesitzer unseren Staat abzocken, in dem sie überhöhte Mieten für H4-Empfänger mit den Argen abrechnen.

Immer wieder hört man in diesem Zusammenhang, von der Überlastung der Mitarbeiter in den Jobcentern, die nicht jede Miete nachprüfen könnten.

Das verwundert mich doch sehr. Wie wäre es, wenn sich Argen nicht als Detektive gegenüber H4-Empfängern aufführen würden? Wie wäre es, wenn sie die gleiche Kraft und die gleiche Schnüffelpraxis aufbrächten gegenüber den Abzockern, die Besitz den Argen anbieten? Sind die bessere Staatsbürger? Sind nicht das die Sozialschmarotzer?

Den Mitarbeitern der Argen kann es zeitlich gar nicht so schlecht gehen. Wenn sie stundenlang im Netz surfen können, nur um einen H4-Empfänger nachzuweisen, dass er "Reichtümer" von Ü-Eiern ins Netz stellt, nur um H4 kürzen zu können, dann frage ich mich schon, welche Denkungsart ein Arge-Mitarbeiter an den Tag legt. Er scheint nur dann Zeit zu haben, wenn es gegen die Menschen geht, die nichts mehr haben. 

Die Arge-Mitarbeiter haben auch Zeit, wenn es darum geht, Kleinstbeiträge aufzuspüren, die ein H4-Empfänger zusätzlich generiert. So hat unsere Straßenzeitung Mühe, Verkäufer zu finden. Die meisten haben vor den Argen Angst, dass ihnen von dem Wenigen auch noch gestrichen werden könnte. 

Kein Mensch rührt freiwillig einen Finger, wenn er nicht auch einen Erfolg dabei verzeichnen kann, einen Erfolg von ein paar müden Euro mehr.

Die Bestimmer in unserem Lande spucken immer Töne von Eigenverantwortung, von Selbstbestätigung und lauter so'n Müll. Aber genau das wird durch die Spitzelmethoden verhindert. 

Didschen wir den, der untn is, noch mehr in de Brihe rinn. 

Weniger Spitzeltätigkeit gegen die Menschen in den Argen, mehr Überprüfung von z.B. Wohnungsanbietern, würde viel mehr Geld einsparen, die wiederum den bedürftigen Menschen zur Verfügung stehen könnten. 

Ich träume wieder.


Kommentare:

  1. Leider ist es politisch so gewollt. Allerdings würde dieser 'Krieg gegen Arme' nicht funktionieren, wenn die ARGE-Mitarbeiter nicht den Hintern des Teufels täglich küssen würden. Die vier Blockparteien dienen (auf der Entscheidungsebene) nur der Hochfinanz (Banken & Konzerne)und arbeiten mit Vorsatz gegen das Volk. Das ist nicht nur in unserem Land so, sondern fast überall. Die EU ist eine Diktatur und wird durch die Vertreter der Hochfinanz regiert. Es kommen schlimme Zeiten auf uns alle zu!

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