Dienstag, 1. Juni 2010

Entgegen dem Völkerrecht

Sehr geehrte Damen und Herren, 

fassungslos hörte ich am 31.05., in MDR-aktuell, 19:30, Ihren Korrespondenten zu, als er vom Angriff israelischer Soldaten auf die Hilfsschiffe für Gaza berichtete. 

Wieso ist es möglich, dass in einem gebührenfinanzierten Medium, Hetze verbreitet wird und völkerrechtswidrige Angriffe auf andere Staaten nicht verurteilt werden. 

Wieso lassen Sie es zu, dass z.B. ein Herr Mankell und Bundestagsabgeordnete der Bundesrepublik Deutschland, ein früherer KZ-Häftling und ein Nobelpreisträger als Militante bezeichnet werden, nur weil sie u.a. Arzneimittel und andere Hilfsgüter nach Gaza bringen? 

Wie kann ein Korrespondent, der eine öffentlich-rechtliche Anstalt vertritt, die meint, ein Qualitätsmedium zu sein, absondern, dass der Angriff der israelischen Armee ein Planungsfehler gewesen sei und dass diese nicht mit massiver Gegenwehr gerechnet hätten. 

Merken Sie nicht, dass Sie damit entgegen des Völkerrechtes "informieren"? 

Die Schiffe fremder Nationen wurden außerhalb des Hoheitsgebietes Israels geentert. Hatten sie geglaubt, wenn sie einen bis an die Zähne bewaffneten Überfall auf fremdes Territorium initiieren, dass sie mit Kaffee und Kuchen empfangen werden würden? 

Wieso darf Israel andere Staaten ungestraft angreifen und wir Deutschen, die sich als Hort des Friedens und der Demokratie verstehen, verurteilen das nicht? Sie verraten damit sogar unsere gewählten Volksvertreter!

Mein heutiger Brief an den MDR zu o.g. Sendung.

Kommentare:

  1. Wir sind nicht mehr ein Hort des Friedens und der Demokratie.
    So leid es mir tut, dies zu schreiben.
    Die Medien sind nicht mehr frei. Es geht dabei um Geld und Posten und sie bekommen dabei wohl auch klare Vorgaben gemacht.
    Jedenfalls was das Fernsehen betrifft. Immerhin zieht sich der grösste Teil der Deutschen die Programme rein und stellt keine großartigen Fragen.
    Für eine allgemeine Meinungsbildung bestens geeignet.
    Bevor ich meinen eigenen Internet-Anschluss hatte, war ich auch auf die üblichen Medien angewiesen; und auf meinen Verstand.
    Deshalb sind mir bei verschiedenen Themen auch erst einmal meine Augen aufgegangen und ich war erstaunt darüber, mit welchen gefilterten Informationen der Bürger über den Mainstream abgespeist wird.
    Das ist erschreckend.
    Ich kann nur hoffen, dass das Web, so wie wir es kennen, auch bestehen bleibt.
    Demokratische Strukturen, die sich innerhalb von wenigen Minuten auf der Welt verbreiten können.
    Das beste Beispiel hatten wir gestern, trotz Nachrichtensperre der israelischen Regierung.

    In der Hoffnung, dass das Web sich sein Eigenleben bewahren kann.

    Gruß aus Hessen

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  2. Stimmt. Wir sind wirklich kein Hort der Demokratie und des Friedens, aber so direkt wollte ich das dem MDR nun nicht schreiben. Ich wollte Sie damit etwas auf den Arm nehmen, mit ihren eigenen Worten konfrontieren. Dieser Brief ist ja echt, den habe ich ja wirklich dorthin geschrieben. Ich hoffe auch, dass das Web so bleibt, wie es ist. Nur hier findet man, was wirklich in der Welt vor sich geht. Ich merke das auch immer an Freunden, wie deren Augen größer werden, wenn ich "von der großen weiten Welt berichte" (ironisch gemeint), was so vorgeht, da sie nicht im Internet sind.

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  3. Danke PeWi für deinen Brief an den MDR.

    Die besten Beispiele für den tendenziösen, einseitigen und volksverdummenden Kampagnenjournalismus sind die sogenannten politischen Magazine wie "Anne Will", "Hart aber Fair" und mittlerweile auch "Kontraste" und andere ehemals aufklärerische Sendungen. Ganz zu schweigen von den Printmedien der Millionärspresse wie das ehemalige Nachrichtenmagazin "Spiegel", der schon immer marktradikale "Focus" und auch der "Stern".

    Man kann sich nicht mehr darauf verlassen ausgewogen und wenigstens einigermassen neutral informiert zu werden.

    Das schlimme daran ist, dass die Mehrzahl unserer Mitbürger nicht mal eine Ahnung davon hat wie sie verschaukelt, belogen und missbraucht wird, sondern auch noch die Parolen übernehmen, Israel und die USA als Freunde betrachten, Chavez als Diktator und die Linke als Extremisten bezeichnen.
    Verkehrte Welt.

    Furchtbare Zeiten für einen Humanisten wie mich.

    LG, Frank

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  4. Lieber Frank, ich bin gespannt, wie sich der MDR rausreden wird. Übrigens war der Korrespondent einer vom BR. Ich frage mich manches Mal, denken die Menschen denn nicht mal nach. Schon allein das Nachdenken würde uns alle ein Stück weiterbringen. Fragen die nicht endlich mal "Wem nützt es" ...

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