Sonntag, 20. Juni 2010

Haben ihr System nicht begriffen

Manches Mal greife ich mich doch schon an den Kopf, eigentlich nicht nur manches Mal, sondern laufend. 

Deutschland steht am Abgrund - vorwärts! 

Nun will ich mal Nachhilfe zum System geben. Kapitalismus funktioniert nur dadurch, dass konsumiert wird. Das ist neben dem Maximalprofit das innere Wesen des Kapitalismus. Ohne Konsum - kein Profit - kein Kapitalismus. Dieses "kein Profit" ist zur Zeit nur verschleiert, durch Finanztransaktionen, wo riesige virtuelle Geldströme in angeblichen Profit umgewandelt werden. Andererseits kann gerade Deutschland noch - betone NOCH - Profite generieren, in dem es exportiert. Wie lange noch?

Wirtschaft ist im Prinzip Binnenmarkt! Ohne Binnenmarkt - keine Wirtschaft. Dieser Fakt ist zur Zeit auch noch verschleiert durch Exportüberschüsse. Wie lange noch?

Wenn wir nun die Wirtschaft vom Binnenmarkt abschneiden, in dem wir den Menschen kein Geld zum konsumieren zur Verfügung stellen, dann geht zu erst die Wirtschaft den Bach hinunter, die zieht die Arbeitskräfte mit und den Staat, der gegen den Baum fährt. Wielange könnte wohl eine Bank dann noch durchhalten? Wir sind gerade 1 mm vor dem Baum.

Ohne Staat wird es keine Investitionen in die Infrastruktur, in Bildung, in das Gesundheitswesen geben. Wer das dem Privatsektor überlässt und meint, dass der das besser könne, verkennt, dass Privatunternehmen Profit erwirtschaften müssen und sofort sind wir wieder in der Spirale abwärts: Kein Geld - kein Konsum - keine Wirtschaft. 

Das ist eigentlich so einfach, dass ich mich frage, wieso kapieren das die Herrschenden in diesem Lande nicht. Zuerst gehen wir kleinen Leute kaputt und dann die Großen. Sie ziehen sich selbst mit in den Untergang, wenn sie nicht ihr System endlich kapieren.  Meinen die etwa, dass sie ohne uns weiter so wie jetzt existieren können? 

Wie kann man nur wie ein kleines bockiges Kind auf eine Angebotsökonomie pochen. Ich kann anbieten soviel ich will, wenn's keiner kaufen kann, habe ich eben Pech gehabt. Da kämpfen zwei Ideologien miteinander, wo sie doch vereint sein müssten. Konsum und Angebot müssen sich die Waage halten und der Konsum sollte immer ein kleines bisschen die Nase vorn haben. 

Ich verstehe nicht so sehr viel von Ökonomie, aber wenn man sich die Sache logisch betrachtet, kann es nur so gehen. Das innere Wesen des Kapitalismus gebietet es so. 

Die Entscheidungsträger sollten doch endlich mal aufhören, tagtäglich ihren Kotau vor der Handvoll Reichen zu machen. Die werden uns schon nicht verhungern, wenn sie mal ein bisschen weniger Profit machen. Und, das ist noch gar nicht ausgemacht. Sie würden vielleicht nur kurzfristig etwas verlieren, langfristig wären sie im Aufwind, weil die Wirtschaft prosperieren könnte. Wenn ... ja wenn man denn wollte.

Aber, so scheint es mir, die Entscheidungsträger und ihre Hintermänner haben da nicht genug Hirn in ihrem Kopf. Leider zu unser aller Schaden.


Kommentare:

  1. Solche Fragen stelle ich mir jeden Tag, und habe keine schlüssigen Antworten darauf.
    Vieleicht ist es nur der Rausch der Macht armseeliger Menschen.

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  2. Das kann sein. Sie denken aber auch nicht an ihre eigenen Enkel und Urenkel. Denen könnte ja vielleicht die Rechnung aufgemacht werden.

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  3. Das ist das Problem.
    Nach uns die Sintflut.
    Interessiert es jemanden, was in 100 Jahren passiert?
    Nein. Unsere Denkweise lässt dies nicht zu.
    Komm, wir spielen Gott.
    Ein Spiel, das wir nur verlieren können.

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  4. Wir sind einfach zu kurz auf der Welt und unser beschränktes Gehirn kann sich nicht vorstellen, dass es ein nach uns gibt.

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  5. Diese logischen Zusammenhänge sind es, die mich an der Kurzsichtigkeit nicht nur der Politik verzweifeln lassen. Das Schlimme daran ist, dass es offensichtlich die Mehrzahl meiner Zeitgenossen auch nicht verstehen will, und diese immer wieder die falschen Parteien wählen.
    Die sind von den Mainstreammedien der Millionärspresse so beeinflusst, dass sie das nicht mal realisieren. Wenn ich z.B. davon rede, dass man sich anhand der Mainstreammedien nicht wirklich informieren kann bekomme ich als Gegenbeispiel die FAZ genannt!
    Es ist furchtbar wie weit die Gesellschaft schon umgedreht, verdummt und manipuliert wurde.
    Ich kann gar nicht so viel essen wie ich k... könnnte. :-(

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  6. Heutzutage muss man sogar die TAZ mit spitzen Fingern anfassen. Ich denke auch, dass viele Menschen zu faul sind, mal ihre grauen Zellen zu bewegen. Die lassen die lieber faul im Hirn rumlungern. Ist ja viel einfacher.

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