Sonntag, 27. Juni 2010

Hatten wir mal ein Grundgesetz?

Irgendwann schon. Ich kann mich noch ganz schwach dran erinnern. Gut. Es steht auch heute noch auf dem Papier, aber: Papier ist geduldig. Das weiß jeder. Lesen tut es mittlerweile niemand, der Entscheidungen trifft. Das Grundgesetz ist Makulatur geworden. Reste werden tagtäglich entsorgt.

Das Briefgeheimnis wird jetzt nach und nach gekippt. Mit Verwunderung muss der brave Staatsbürger zur Kenntnis nehmen, dass die Post jetzt schon viele Briefe an bestimmte Institutionen öffnet und einscannt. Modern soll das sein.

In der DDR, als es die Stasi noch gab, gehörte es auch dazu, dass Briefe von bestimmten Personenkreisen geöffnet wurden. Als man mir die Einträge meiner Stasiakte zuschickte, stand dort drinnen, dass ich zu dem Kreis derer gehörte, deren Briefe geöffnet worden sind. Nun fühle ich mich gleich wieder heimisch in diesem "neuen" Deutschland. Alles schon gehabt.

Das Eigenartigste daran ist, dass in den Kommentaren von Politikern niemand etwas daran findet, dass, wie der neueste "Versuch" einiger ostdeutscher Länder zeigt, Briefe von der Post an die Arbeitsagentur geöffnet werden. Das finde ich super. Der Postmensch, der zum Briefe öffnen abkommandiert wird - oder ist es gar ein beauftragtes Unternehmen mit Minijobbern? - weiß nun ganz genau, was sein Nachbar der Arbeitsagentur zu sagen hat. Er kennt die Einsprüche, weiß, dass der Nachbar zu wenig Geld von der Arbeitsagentur erhalten hat, dass der Nachbar nicht Müll auflesen will und noch einiges mehr. 

Warum hat sich der Westen über die Stasi aufgeregt? Das erschließt sich mir immer weniger. War es nur, weil die Stasi erfolgreicher als der BND und der Verfassungsschutz war? Man eifert ihn ja mit großen Schritten nach. Modern nennt man das jetzt. Na um den Missbrauch der deutschen Sprache waren  Politiker noch nie verlegen. Viele verquere Wortschöpfungen zeugen davon. 

Wenn man wirklich modern sein will, kann die Arbeitsagentur IN IHRER AGENTUR in ihrer EIGENEN POSTSTELLE Briefe einscannen und gleich an die entsprechenden Abteilungen per virtuellem Ordnersystem verteilen. Das kenne ich so von der Landesbank Baden-Württemberg und das ist so in Ordnung. Das wäre dann innovativ und würde vielleicht ein paar Arbeitsplätze zusätzlich bringen oder ein paar Arbeitsplätze erhalten. Das würde ich auch innovativ nennen. 

Nur - kein Mensch in dieser Regierung, kein Entscheider in diesem Land ist wirklich an neuen Arbeitsplätzen oder an den Erhalt von bestehenden Arbeitsplätzen interessiert.

Das Brechen des nur noch als Namen vorhandenen Grundgesetzes ist viel leichter.

Kommentare:

  1. Unter anderem das ist die Art "Freiheit" für die der Linken-Basher Joachim "McCarthy" Gauck eintritt. Furchtbar, Je mehr ich verstehe, desto mehr verzweifele ich.

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  2. Gauck ist ein Opportunist, ein Fettauge, dass in der DDR oben schwamm und wieder oben schwimmt. Ja, es ist zum Verzweifeln, vor allem, wenn man sieht, wo das alles enden wird und dass das nicht alle auch sehen.

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