Donnerstag, 10. Juni 2010

Deutschland muss umdenken

Ich schätze die Nachdenkenseiten sehr, kann aber mit dem Artikel über Opel nicht übereinstimmen. Ich glaube, dass es zu kurz gedacht ist, dass mit staatlichen Bürgschaften alles in Ordnung käme. 

In Ordnung wäre es, wenn es flankierende Maßnahmen gäbe. So müssten in Deutschland die Hungerlöhne auf ein höheres Niveau gehoben werden. Es müsste etwas dafür getan werden, dass niemand mehr von der Hand in den Mund leben müsste. Der deutsche Binnemarkt müsste gestärkt werden. Deutschland sollte dafür wirklich etwas Geld in die Hand nehmen. Ein Mindestlohn müsste her, von dem auch jeder leben kann. Die sogenannten Sparmaßnahmen für die Bevölkerung gehörte abgeschafft. Deutschland müsste Geld für Investitionen in die Infrastruktur und die Bildung in die Hand nehmen und zwar kräftig. Handwerksbetriebe sollten davon profitieren und keine großen Bauunternehmen. Vor Ort sollte das Geld ankommen, damit die Bürger endlich wieder Geld in der Geldbörse haben, das sie ausgeben können. Dazu gehört ein Klima der Solidarität, ein Klima der Verlässlichkeit, damit jeder Bürger wirklich konsumiert. Dazu gehört, dass Armutsrenten vermieden werden und dass im Gesundheitswesen nicht nur an der Einnahmeseite gedreht wird oder durch die Hintertür Leistungen, die für solch ein reiches Land selbstverständlich sein müssten, auf den Rücken der Geringverdiener gestrichen werden, die dann privat finanziert werden müssen. Das schmälert den Binnenmarkt. Das A und O für Deutschland wäre, endlich mal von der Schmalspur Export herunterzukommen und dem Binnemarkt zu forcieren. Nur dann macht es Sinn, Geld in Opel zu stecken. Und nicht nur in Opel, in jedes Unternehmen, was auf den unseren Binnenmarkt verkaufen will und kränkelt.

Wenn ich mir überlege: Wie soll Eisennach ausgelastet sein, wenn der Opel Corsa in Zaragossa, wo er sowieso gebaut wird, mit nur einer zusätzlichen Nachtschicht bedarfsdeckend produziert werden kann? Das heißt andersherum, dass in Eisenach nur Bedarf für 1 Schicht bestünde oder eben in Zaragossa. Eine Schicht scheint mir zu wenig, um Bänder gewinnbringend laufen lassen zu können. Das heißt, dass Europa gegeneinander ausgespielt wird. Europa hat das erlaubt, weil deren Unternehmer unser Know-How verkauften für einen kurzfristigen Gewinn. Jetzt haben wir den Salat.

Schlimm ist es nur für die Arbeiter und Angestellten. Deutschland hat kein Konzept, wie Arbeit in einer hochproduktiven Welt gestaltet werden sollte. Deutschland setzt nur auf Verarmung und Sklaverei. Deutsche Entscheidungsträger diskutieren nicht mal ansatzweise darüber, was sich in der Arbeitswelt unter den heutigen Bedingungen ändern muss. Deutschland bevorzugt die Rezepte  Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts. Deutschland ist rückwärtsgewandt, wie auch die EU und der Rest der Welt. Das einzige was den Ländern einfällt, diejenigen zu bestrafen, die dank der hohen Arbeitsproduktivität nicht mehr im Arbeitsprozess gebraucht werden. Sie mit Aberkennung ihrer Menschenwürde zu bestrafen.

Die Tränen könnten einen kommen, bei dem Gedanken, welche Talente, Fertigkeiten und Ideen damit verschwendet werden.  

Durch diese kurzsichtige Politik wird Deutschland und Co. in den Abgrund fallen. Brief und Siegel drauf!

Sicherlich hilft das den Opelanern wenig. Ihnen wird die Rechnung für die unverantwortliche Politik präsentiert werden, die die Erfüllungsgehilfen des Kapitals in den jeweiligen Regierung  uns zugedacht haben. Wir sollten uns das nicht gefallen lassen.

1 Kommentar:

  1. Zumindest währe der die Stärkung des Binnenmarktes ein Ansatz. Trotzdem traut sich keiner an Lösungen für die Probleme die schon da sind, geschweige die, welche da noch kommen. Fakt ist, die technische Entwicklung wird sich um die gesellschaftlichen Bedürfnisse nicht kümmern, aber dafür Sorge tragen, daß in relativ kurzer Zeit quasi nur noch Arbeit für 10% - 15%der Bevölkerung übrig bleibt (bezahlte natürlich).

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