Mittwoch, 2. Juni 2010

Sand drüber ...

So, und damit wäre es wohl erledigt.
Nach der Selbstmordserie unter seinen Mitarbeitern erhöht der weltgrößte Elektronik-Hersteller Foxconn die Löhne um 30 Prozent. Die Lohnerhöhung von monatlich 900 auf 1200 Yuan, umgerechnet 143 Euro, gelte ab sofort, so ein Unternehmenssprecher nach taiwanesischen Medienberichten. fr-online.de
Als ob mit Geld Sklavenarbeit beigelegt werden könnte. Aber das ist mal wieder typisch. Der Kapitalismus denkt, dass Geld das Maß der Dinge sei. Sicherlich, Geld ist auch notwendig. Schließlich wollen wir essen, trinken, uns kleiden, am Leben teilnehmen können. Das ist völlig richtig. Aber es gibt viele Dinge jenseits von Geld.

Wo bleibt bei Foxconn die Anerkennung der Menschenwürde?

Wo bleibt bei Foxconn die Freiheit des Menschen?

Darf man nun auch quatschen bei der Arbeit oder gilt das Redeverbot immer noch?

- Übrigens, wie kann ein Arbeitgeber Menschen verbieten, sich zu unterhalten? - 

Gibt es immer noch Schlafsäle für die Menschen oder bekommen sie die Chance auf Privatzimmer?

Können die Arbeiter und Arbeiterinnen nun das Gelände des Unternehmens verlassen oder immer noch nicht?

Gibt es eine geregelte Arbeitszeit?

Werden die Überstunden bezahlt?

Gibt eine Begrenzung der Überstundenzahl?

Ist die Arbeitszeit so gestaltet, dass die Menschen genügend Zeit zur eigenen Regeneration und für ihre Interessen haben?

Wurde das Firmen-KZ aufgelöst?

Das sind doch die wichtigen Fragen. Sicherlich 30 % mehr Geld ist schön, ohne Frage und 30 % mehr Geld ist wichtig, obwohl das immer noch zu wenig ist.

Gefragt werden muss außerdem: Werden rausgeschmissene Wanderarbeiter in China immer noch kriminalisiert? Abgeschoben?

Und jeder sollte sich die Frage gefallen lassen, ob er sein I-Pad oder I-Phon immer noch so toll findet oder ob ihn die Freude über das nächste unnütze Ding im Hals steckengeblieben ist.

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