Mittwoch, 23. Juni 2010

Wie sich die Bilder gleichen

Gedankengerüst Deutschland heute:

Arbeitsdienst für Hartz-IV-Empfänger!

Merz: „Wenn sich jemand in New York arbeitslos meldet, wird er sofort ärztlich untersucht. Wer nicht krank ist, wird gleich in den Einsatz geschickt. Jedes Graffiti, das bis mittags gemeldet wird, soll am Abend entfernt sein. Und wie verkommen sehen unsere Städte aus? Da gibt es ein großes Einsatzfeld.

Schon lange vor dem 19. Jahrhundert bildete die Annahme, dass Armut zumindest teilweise selbstverschuldet sei, die Grundlage der strafrechtlichen Disziplinierung durch Einweisung in das Arbeitshaus.

Arbeitsdienst im 17./18. Jahrhundert:   Da die Arbeitshäuser in erster Linie als armenpolitische Maßnahme gedacht waren, versammelten sich in ihnen nahezu alle Außenseiter, die die frühe Neuzeit hervorgebracht hatte: Bettler, Dirnen ehemaligeSoldaten, Handwerker ohne Anstellung, Straffällige oder Waisenkinder. Das einzig verbindende Element war ihr Arbeitspotential. Eine Trennung der Gruppen nach Geschlecht oder Alter war nur in manchen Häusern gegeben. Der Wandel zum wirtschaftlich verwendbaren Untertan sollte hierbei durch Methoden der Arbeitserziehung erreicht werden.

Im Kaiserreich: Mit der Gründung des Deutschen Reiches wurden Armutszustände wie Landstreicherei, Bettelei und Obdachlosigkeit sowie Verhaltensweisen wie „Spiel, Trunk und Müßiggang“ oder „Arbeitsscheu“ übergreifend auf nationalstaatlicher Ebene kriminalisiert.

In der Weimaer Republik/3. Reich: In ein Arbeitshaus konnte eingewiesen werden, wer wegen „Bettelns,Landstreicher, gewerbsmäßiger Unzucht, Arbeitsscheuheit oder Trunk- oder Spielsucht und Müßiggang“ verurteilt wurde (sogenannte „Asoziale“). Nach § 42d StGB war Unterbringung bei erstmaliger Verurteilung auf maximal zwei Jahre befristet, bei erneuter Verurteilung auf bis zu vier Jahre.

Ab 1934 ermöglichte eine Verschärfung die Inhaftierung auf unbestimmte Zeit. Das Arbeitshaus sollte dazu dienen, „zur Arbeit anzuhalten und an ein gesetzmäßiges und geordnetes Leben zu gewöhnen“.

Ein bereits erfolgter Aufenthalt in einem Arbeitshaus konnte als Grundlage für die Einweisung als Asozialer in eines der Konzentrationslager durch die zuständige Gestapo-Stelle dienen. Dies ist beispielsweise vielfach im Rahmen der »Aktion Arbeitsscheu Reich« geschehen.

In der DDR: Alkoholismus, fehlende Berufstätigkeit usw. wurden als Vergehen gegen das „werktätige Volk“ aufgefasst und auf wechselnder gesetzlicher Basis auch nach der Strafrechtsreform von 1968, die „Asozialität“ explizit als Straftatbestand definierte, sanktioniert.

Quelle Wikipedia: Die Wort sprechen für sich.









Kommentare:

  1. ...wobei die DDR das einzige Land in dieser Liste war, in der es ein Recht auf Arbeit gegeben hat.

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  2. Das stimmt. Bei uns in Leipzig wurden aber die, die nicht wollten, die ihr Leben anders organisieren wollten (Punks z.B.) in die Braunkohle gesteckt. Das war die Kehrseite.

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