Montag, 12. Juli 2010

Der gemeine Fanwurz ist verblüht

Fußball-WM zu Ende und der Fan ist wieder dorthin zurückgeschubbst worden, wo er hingehört - ins Aus.

Die Händler schwärmen von guten Umsätzen: Es wurde viel getrunken. Das wird als Jubelmeldung verbreitet. Überall wird auf den positiven Bierkonsum aufmerksam gemacht. Scheinheiligkeit hoch 3, da sonst die ominöse Öffentlichkeit am liebsten Alkohol verbieten möchte. Shirts wurden verkauft, Perücken, Fahnen und Fähnchen. Der Fan hat pariert. Er hat sein Geld zum Händler getragen.

Die Fußballprofis haben ihren Job erledigt, ihren Marktwert gesteigert. Deshalb spielt man schließlich in der Fußballnationalmannschaft. Wofür sonst.

Die Fans verwechselten da irgendetwas. Sie dachten, ihr Daumendrücken, ihre unbedingte Treue zum deutschen Team, auch wenn es nicht den Pokal gewonnen hatte, wäre etwas wert. Sie wurden eines besseren belehrt, falls sie es überhaupt bemerkt haben.

In Frankfurt durfte sich der Mercedes-Boss mit den Mannen des Teams zeigen, freundlich in die Kameras lächeln. Sport und Kommerz in trauter Gemeinsamkeit. Da passen keine fähnchenschwenkenden Fans in der Ankunftshalle dazu. Die sind überflüssig. Die werden negiert. Man fährt schnell im abgedunkelten Wagen an ihnen vorbei.

Der Fan hat seine Schuldigkeit getan - er kann gehen.

Das ist das wahre Gesicht des Sports, kurz hat es aufgeblitzt, ehe sich wieder hinter einen Vorhang von Nationalismus zurückzieht.

Kommentare:

  1. Der Fan ist wichtig.
    Was wäre die Sportindustrie ohne die Fans?
    Für die nächste WM müssen sich die Marketingstrategen allerdings etwas Neues einfallen lassen.
    Mein Voschlag wäre:
    Springerstiefel, Stahlhelme und Wasserkalaschnikows in schwarzrotgoldenem Outfit.
    Oder Strampelanzüge in der Landesfarbe.
    Hurra, wir verblöden ...
    :-)

    AntwortenLöschen
  2. Ja, als nützlicher Idiot ist der Fan wichtig. Für nichts anderes. Also, mir gefallen die Strampelanzüge in der jeweiligen Landesfarbe am besten, obwohl Springerstiefel, Stahlhelm und Wasserkalaschnikows - warum nur WASSERkalaschnikows? - in schwarz-rot-gold, das hat was. :D

    AntwortenLöschen
  3. Du wieder, PeWi,
    bei scharfer Munition würden sich die Fans selbst ausrotten. Und wer würde dann noch kapieren, dass von deutschem Boden aus kein Krieg mehr ...

    Da sind die einfach überfordert.

    Wenn wir für 30 Millionen einen Fußballspieler einkaufen können, liegt es doch auf der Hand, den deutschen Geist da zu verteidigen, wo er nichts zu suchen hat.

    Es lebe der Sport!

    AntwortenLöschen
  4. Hurra! Hurra! Hurra! Und wirklich nur Wasser? *kicher*, ach wie langweilig.

    AntwortenLöschen

Ich freue mich, dass du kommentierst. Nur beachte bitte:

Kommentare, die rassistisch sind, Hetze gegen bestimmte Personengruppen verbreiten und im Gossenjargon angefertigt werden, sind Spam und werden von mir nicht veröffentlicht. Außerdem mache ich bei unsachlichen und nicht zur Sache gehörenden Kommentaren sowie doofem Gelabere von Trollen von meinem Hausrecht gebrauch.