Freitag, 2. Juli 2010

Der Tag danach

Wunden werden geleckt, ganz still in einer dunklen Ecke. Es lief für Merkel nicht so, wie sie wollte. Sie wird es überleben und noch kälter werden.

Der nützliche Idiot hat seinen Zweck erfüllt. Er konnte für ein paar Tage noch einmal ganz im Mittelpunkt eines Medienhypes stehen. Er konnte selbstgefällig in die Kameras grinsen. Er kann wieder gehen. Er hat uns Merkelsche geärgert und Schwarz-Gelb vorgeführt. Das war sicherlich nicht in seinem Interesse. Gesinnungsmäßig steht er diesem Lager mehr als nah. Er hat dessen Vorgaben für Deutschland verinnerlicht. Er war die Speerspitze gegen die LINKE. Das hat geklappt. Vorurteile gegen diese konnten geschürt werden. Kleine Bürgerseelen bekamen es mal wieder bestätigt: Die LINKE kann nicht mit Bürgerrechtlern aus der ehemaligen DDR. Sie lebt noch in der DDR. So quasselten sie es zumindest nach, nach, was ihnen die "Qualitäts"medien eingetrichtert hatten. Speerspitze gegen die LINKE, das war er sicherlich gern. Er mag keine armen Leute. Er will ihnen nicht helfen. Er sieht nicht mal die Demokratie durch vermehrte Armut in Gefahr, durch eine immer größere werdende Anzahl von Menschen, denen die gesellschaftliche Teilhabe verwehrt wird. Er hängt einem Freiheitsbegriff nach, der losgelöst ist von jeglichen gesellschaftlichen Gegebenheiten. Als ob es Freiheit als Wert an sich gäbe. Für ihn schon. So ist sein Freiheitsbegriff deckungsgleich mit dem westerwelleschen. Erinnert sei dabei an das alte Rom.

Der Hype ist beendet worden. Er hat seinen Zweck erfüllt. Er hat viele Menschen verführt, die nicht nachfragten, ob ein Bürgerrechtler persé ein guter Mensch sei, nur weil er mal gegen Honecker und die SED war. Er hat Menschen verführt, eine Bundespräsidentenwahl als Event zu betrachten. Ist nicht alles Event im neuen Deutschland, egal ob die Nationalmannschaft spielt oder ein Bundespräsident gewählt wird. Haben wir es nicht weit gebracht? Wir eventen ohne Sinn und Verstand und meinen, mit Sinn und Verstand, nur weil es uns die Zeitungen, das Fernsehen einreden. 

Wir frönen der öffentlichen Leichenschau (public Viewing). Obwohl der Ausdruck erstmals bei dieser Bundespräsidentenwahl richtig gewählt war. Öffentliche Leichenschau. Wir haben das verwesende System in Deutschland vor dem Bundestag besichtigt. "Alles für das Wohl des Volkes". Das sagte der Branntwein- und Wodkahersteller der DDR - VEB Nordbrand - in Nordhausen auch. Hier wie dort - eine läppische Redensart. Das eine Vergangenheit - das andere Gegenwart.

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Er kann wieder in die Versenkung verschwinden. Der Alltag hat begonnen.

Kommentare:

  1. Das WM-Event und das BP-Wahl-Event lenken doch so schön ab. Derweil will die Koalition die Krankenkassenbeiträge erhöhen, die Kommunen wollen drastisch kürzen (Schwimmbäder schließen, Kita-Öffnungszeiten verkürzen usw.) und keiner bekommt es mit.

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  2. Wollen es die Leute überhaupt mitbekommen? Ein großer Teil von ihnen BILDet sich, der andere will mehr Netto vom Brutto, egal wie, und ein Teil will "Hungerleider" schon überhaupt nicht durchfüttern. Werden wir zum Zusammenhalt überhaupt noch finden? Nur dann kann man denen da oben die Zähne zeigen. Ansonsten werden wir geschlachtet werden.

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