Dienstag, 20. Juli 2010

Die alte Leier

Der Focus ist wieder mal auf den Trip, der schon gähnend langweilig ist.


Fragt denn niemand mal nach der Faktenlage? Bei wirklich gleichen Löhnen und gleicher Lebensarbeitszeit bekommt natürlich auch jeder gleiche Rente. Fragt niemand mal nach, was ein Ostdeutscher in der DDR wirklich verdient hat? Die meisten haben unter der jetzigen Armutsgrenze Löhne und Gehälter bezogen. Das kann man natürlich überhaupt nicht miteinander vergleich. Richtig war, dass damals zu Wiedervereinigungszeiten der Ostrentner so behandelt wurde, wie ein Westrentner, also sein Ostgehalt Punkte mäßig aufgewertet worden ist. Durch die ungebrochenen Erwerbsbiographien Ostdeutscher kam dadurch auch mehr Rente heraus. Sie haben schlicht und ergreifend mehr gearbeitet, mehr arbeiten können. Sie haben gleich nach Schulabschluss eine geordnete Lehre gehabt, ein Studium, was sich nicht jahrelang hinzog, da sie nicht nebenher arbeiten mussten, um ihr Studium zu finanzieren. Warum spricht man das nicht an? Ist nicht opportun! Dann müsste man sich ja mit den Abartigkeiten des jetzigen Systems auseinandersetzen.

Diese Punkterechnung wurde so natürlich längst aufgeben. Warum sagt das niemand? Jetzt wird die Rente nur noch nach den Verdiensten im Osten berechnet. Eine ganz minimale Aufwertung, die man glattweg vergessen kann, mindert den größten Einbruch. Intelligenzrenten werden nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen gezahlt, die nicht der Struktur der damaligen DDR-Betriebe entspricht. Dadurch werden auch Rentenansprüche Ostdeutscher ad acta gelegt. Verschiedene Zusatzrenten werden auch nicht berücksichtig. 

Diese spalterische Frage berücksichtig somit NICHT die Arbeitsjahre, die Primär für die Höhe der Rente bei gleicher Einkommenslage ausschlaggebend ist.

Wieder will man mal die kleinen Leute West gegen Ost aufhetzen. Immer wieder werden Halbwahrheiten für die Hetze verbreitet, immer schön in Abständen. Viele im Westen glauben das auch noch. Leider.

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