Sonntag, 11. Juli 2010

Die Entrechteten

Arbeite für dein Essen oder stirb!

So könnte man die Intention des tollen Wortes "Bürgerarbeit" umschreiben. Bürgerarbeit - das klingt gut, edel und hilfreich. Wer wollte nicht etwas für die Allgemeinheit tun, freiwillig, weil er es möchte, weil er davon überzeugt ist, dass gegenseitiges Kümmern gut für alle ist.

Von der Leyens Bürgerarbeit ist nicht damit vergleichbar. Von der Leyens Bürgerarbeit ist Zwangsarbeit. Die von Almosen abhängigen dürfen gesundheitsschädliche Arbeiten verrichten, so jetzt gelesen: Vernichtung der giftigen Ambrosia-Pflanzen. Sicherlich könnte das auch eine Fachfirma tun und sicherlich könnte die das besser, aber Fachfirmen müssen bezahlt werden. H4-Empfänger werden mit einen kleinem Taschengeld abgespeist. Das dann eine Fachfirma ihr Personal entlassen muss, ist nebensächlich. 

Zwangsverpflichtung für ein Taschengeld. Ohne Taschengeld gab es das schon vor nicht allzulanger Zeit in Deutschland. Menschen aus aller Herren Länder wurden nach Deutschland zwangsverpflichtet. Am Anfang gingen z.B. noch Polen freiwillig ins Reich, um zu arbeiten und erhielten ein kleines Taschengeld. Dann wurden sie von der Straße weggefangen und nach Deutschland geschickt, als Fremdarbeiter, die für verwahrloste Unterbringung und ihre kärgliche Nahrung für die deutsche Herrenrasse - sprich Krupp, Thyssen und andere Herren - schuften  durften. Hier in Leipzig gab es die HASAG, die Fremdarbeiter beschäftigte. Das Lager, wo sie wohnten, kannte ich noch, da es erst in den 50er Jahren abgerissen wurde. 

Welche Intention hat eine demokratisch gewählte Regierung, Menschen als Zwangsarbeiter zu verpflichten? 

Welche Intention hat eine demokratisch gewählte Regierung, Menschen vor die Wahl zu stellen: entweder du rupfst Ambrosia oder du erhältst keinen Cent mehr von uns?

Zwangsarbeit ist Zwangsarbeit! Egal unter welchem Deckmantel und egal wie ich sie durch Worte schönfärbe.

Wie weit ist noch der Weg in die Vergangenheit, die dann innovative Zukunft geheißen wird?

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