Freitag, 30. Juli 2010

Provinziell

Sie glauben ihren eigenen Statistiken. In den Jahren der Opposition und eines Westerwelle an der Spitze ist die FDP zu einem Provinzverein verkommen. Rainer Brüderle sollte sich lieber wieder in seine weinselige Provinz begeben, als sogenannte Wirtschaftspolitik zu betreiben. Ich frage mich, wo lebt eigentlich dieser Kerl? Hat er noch nie eine Statistik gefälscht oder fälschen lassen, so dass er an sie glaubt?

Jetzt will er wieder Gastarbeiter ins Land holen und wenn es nach ihm ginge, dann sollen die noch ein Begrüßungsgeld erhalten. Und dann kommt wieder die Leier von Schröders Green Card ohne dazuzusagen, dass die wenigen Computerspezialisten, die kamen, auch wieder ganz schnell arbeitslos wurden. 

Angeblich will die Industrie händeringend Fachleute suchen. Wirklich? Wie sollen die denn aussehen? 20 Jahre, ein Fachwissen, wie 50jährige und möglichst im Praktikumsstatus? Sie hat doch die Fachleute rausgeschmissen, weil sie angeblich zu alt waren, weil sie angeblich zu teuer, weil sie angeblich ... ach was weiß ich nicht noch für Ausreden. Jetzt sitzen die als Langzeitarbeitslose auf der Straße - die Fachleute - und erhalten keine Chance mehr. Na vielleicht doch - für 1 EUR. Dass die sich dann verweigern, wer könnte es ihnen verdenken. Weiter wird an der Mär der Unterschichten-Langzeitarbeitslosen gestrickt. Die gibt es auch, aber viele gut Ausgebildete sitzen ebenso auf der Straße. Und hat man Fachleute selbst ausgebildet? Vielleicht mal ein bisschen Geduld mit den Jugendlichen gehabt? Es gibt auch heutzutage noch sehr viele willige Jugendlichen, die jemanden suchen, der ihnen eine Chance gibt. I wo, Ausbildung? Viel zu teuer. Wir müssen doch exportieren und alles was da übersteht, wird weggeschnitten.

Man will ja niemanden mehr eine Chance geben, ja niemanden eine Einarbeitungsfrist, ja niemanden ein paar Euros mehr, ja niemanden mehr einen Qualifizierungslehrgang. Ausbildung und Qualifizierung, das sollen andere Länder übernehmen. Andere Länder, die schon unsere Exportüberschüsse aufnehmen sollen. Andere Länder, die für uns Konjunkturprogramme auflegen, damit dort jemand unsere exportierten Güter kaufen kann. Hier kann es ja kaum noch jemand. 

Wir sind die doch die größten Nassauer Europas.

Und Herr Brüderle? Wer ist denn Herr Brüderle?



Kommentare:

  1. Ich frage mich gerade, wieviel müssen unsere sogenannten überteuerten und fallengelassenen Fachkräfte noch hören, damit in ihnen die Mut überkocht. Die Aussagen von Herrn Brüderle mit dem Willkommensgeld reichen wohl noch nicht.

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  2. Toller Artikel.
    Was leisten wir uns in Deutschland für Politiker.
    Unglaublich!!

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