Mittwoch, 25. August 2010

Der gewöhnliche Rassismus

"Also, der Facharzt bei dem ich gestern war, war so kurz angebunden und so desinteressiert."

"War's ein Ausländer?"

- Mund auf, Mund zu, Stille, Sprachlosigkeit - Kein erfundener Dialog -

Wieso kam die Frage nach dem Ausländer? Sind alle Deutschen Ärzte so wie die in der "Sachsenklinik" oder in anderen Arzteserien?

Ausländer drängen uns Deutsche an den Rand. Die wissen ganz genau, was sie sich vom Staat  holen können.

Nun das liegt wohl nicht an dem Ausländer, sondern an jeden Einzelnen selbst, wie gut er sich kundig über die geltende Gesetzeslage macht und seine gesetzlichen Rechte wahrnimmt.

Die sind bei uns, weil sie in ihrem Land einen deutschen Schäferhund hatten. Letzteres sagt man den Russlanddeutschen nach. 

Ausländer lungern abends am Bahnhof herum, so dass man als Deutscher Angst haben müsse und sich im eigenen Lande bedroht vorkäme.

Man muss nur nachfragen und dann kommt raus, dass nichts dahinter steht, dass noch nie ein Ausländer diesem Deutschen zu Nahe gekommen ist, nicht annähernd in seinen Fluchtbereich.
 
Ausländer nehmen uns unsere Betriebe/Arbeitsplätze weg.

Nun, der Türke von nebenan oder der Russlanddeutsche kann wohl nichts dafür, dass das Kapital global ist. Er leidet ebenso darunter. Und der Tscheche, der Pole oder der Chinese bei dem die vernichteten  deutschen Arbeitsplätze auferstehen, kann es nicht ändern und muss selbst überleben.

Lieber Deutscher, die Zielrichtung war wohl falsch. Der Verursacher steht auf der anderen Seite, auf der Kapitalseite. Er missbraucht dich als Humankapital und wirft dich weg, wenn er es für richtig hält. Nationalitäten spielen für ihn keine Rolle.
 
Ausländern sieht man es schon an, dass sie gar nicht arbeiten wollten und dass sie nur hier seien, weil sie hier wie die Made im Speck leben könnten.

Mit H4 wie die Made im Speck. Ach wie beneide ich die Made, der geht es besser.

Es gibt keine Arbeitsplätze? Nun das stimmt schon, aber wer qualifiziert sei, der bekäme immer Angebote. Es gibt ja so viele Stellenanzeigen in den Zeitungen und Fachkräfte werden doch gesucht. Das höre man immer wieder.

Und wenn man es bei Lichte betrachtet: Der Sarazzin hat doch Recht. Ich habe das schon so lange auch gesagt. Das musste doch mal öffentlich gemacht werden. 

Was? Hitler hat Ähnliches gesagt? Was? Das wäre Faschismus? Nun, dann bin ich eben ein Faschist. 

Und das kommt heutzutage manchen recht leicht von den Lippen. Ist das nicht erschreckend

Ausländer sprechen so laut. Der öffentliche Raum gehört nur ihnen. Sie rotten sich in Grüppchen zusammen und machen Lärm. 

Lärm. Das ist das schlimmste für viele Deutsche. Lärm machen! 

Nur wenn man selbst lärmt, dann ist das in Ordnung, z. B. in einem Plattenbau in den Abendstunden weit nach der öffentlichen Bohrzeit, wenn man aus seinen Wänden Schweizer Käse macht, dann ist das richtig. Schließlich rücken Ausländer früh um 7 auch schon Möbel in ihrer Wohnung. Man stelle sich das mal vor. Früh um 7 - Möbelrücken und das als Ausländer! Also, da kann ich als Deutscher doch allemal das ganze Haus und die Nachbarhäuser rechts und links beim Abendbrot nerven. Das steht mir schon rangmäßig zu. Schließlich bin ich Inländer.

Sie saugen uns aus. Wir verdienen das Geld und die nehmen es sich. Holen ihre ganze Sippe zu uns und wir ernähren sie, wir die Deutschen!

Nein, gegen Ausländer habe ich wirklich nichts. Das habe ich nie gesagt. Wenn sie sich angepasst haben - man meint assimiliert - dann ist nichts gegen die einzuwänden.

Aber man stelle sich vor. Die nehmen im Supermarkt immer keinen Einkaufswagen, halten alles in den Händen und lassen es dann einfach auf's Band fallen. Nun, das gehe doch wohl wirklich nicht.

- Zusammenzucken - ich mache das manches Mal auch - bin ich noch Deutsche? -

Gegen Ausländer? Iwo, gegen die habe ich ganz sicher nichts. Sie müssen nur Deutsche sein. Ich passe mich doch im Urlaub auch deren Landessitten an.

Ach ja? Wirklich? 14 Tage oder kürzer oder länger in einem fremden Land. Hut ab vor denjenigen, der niemals in ein Fettnäpfchen tritt, der immer weiß, was dann die dortigen Inländer für Sitten und Gebräuche haben, was sie schicklich und unschicklich finden. Mal von den Ballermännern ganz abgesehen.

Sicherlich ist das Zusammenleben zwischen verschiedenen Kulturen nicht immer einfach. Man ist anders aufgewachsen, hat andere Ideale, andere Vorstellungen vom Familienleben und ... und ... und ... Dann kommen oft noch religiöse Dogmen ins Spiel, die ein Zusammenleben auch nicht gerade förderlich sind. 

Aber letztendlich sind wir alle Menschen! Wir wollen alle mehrheitlich in Ruhe und Frieden leben, unser kleines Glück suchen und finden. Und ja, wir sind alle verschieden. Nur jeder muss sein eigenes Leben leben. Ich muss meines leben und finde andere oft unverständlich und irgendwie komisch sowie mich andere unverständlich und vielleicht irgendwie komisch finden, egal ob Deutsche oder Nichtdeutsche.

Und wenn wir ganz ehrlich sind: Ist es nicht nur Zufall, dass wir gerade hier zusammenleben in einem Land, was sich zufällig Deutschland nennt? Uns eint doch eigentlich nur der Pass. Sind unsere Wurzeln alle gleich? Woher stammen wir? Sind wir ein Völkerwanderungsüberbleibsel einer anderen Ethnie? Wer kann das schon wissen? Wer kennt schon seine Ururururur-Ahnen? 

Letztendlich sind wir alle Afrikaner!

(Die Vorurteile gegen die Nichtdeutschen wurden so alle mir gegenüber geäußert)

Kommentare:

  1. Ich und Afrikaner? Das wäre ja noch schöner!
    :-)
    Ja, diese leidigen Ausländer.
    Die kommen einfach so in unser Land, machen einen Laden oder einen Handwerksbetrieb auf, Pflegen unsere Omas und versorgen im Krankenhaus meinen geschundenen Leib.
    Und dann erdreisten sie sich auch noch, Steuern zu zahlen.
    Mal ehrlich:
    Die sind kinderlieb, achten die Familie, kochen sehr komisch, sind schwarzhaarig, höflich, und und ...
    Das geht doch nicht!
    Wo gibt es da noch Platz für den deutschen Holzkopf?
    Wenigstens haben wir noch das Recht auf ein Reinheitsgebot des ... wie soll ich sagen... ach ja, des Biers.
    grinst

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  2. Genauer gesagt: Südafrikaner, so wie sich das heute darstellt. Wir kommen aus einer relativ kleinen Gruppe und sind alle irgendwie miteinander verwandt. Naja, Verwandschaft kann sich eben nicht aussuchen. Ich würde auch nicht gern mit jedem verwandt sein wollen. :D

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