Donnerstag, 5. August 2010

Ein paar Gedanken

Wer sind wir? Sagt uns das ein Statussymbol? Weiß ich wirklich etwas über einen Menschen wenn er ein iPhone4 hat? So etwas wird heutzutage als Statussymbol begriffen. Weiß ich etwas über einen Menschen, wenn er einen Porsche fährt, außer, dass er nicht unvermögend ist?

Wieso sollen Statussymbole Menschen klassifizieren, sie in Schublädchen verteilen. Du hier hin, weil du ein iPhone hast und du da hin, weil du keins willst.

Etwas sagt es uns schon über die Menschen, die unbedingt sich solche Dinge anschaffen müssen, die keiner wirklich braucht. Sie wollen dazu gehören. Sie streicheln ihr Ego damit. Oder sie halten  sich nur daran fest, weil sie meinen, sie fielen sonst um, tauchten in die Bedeutungslosigkeit ab, wenn sie nicht Mitglied der weltweiten Gemeinde wären?

Ebenso ist es mit Twitter und Facebook. Auch ich habe mal einen Twitter-Account und einen Facebook-Account gehabt. Darüber robbten zig Automaten, die Freundschaftsangebote verteilten. Hochgelobt sind diejenigen die 1000 Freunde haben und noch mehr. Je mehr Freunde, desto höher das Ansehen. Nur, wie soll man bei 1000 Freunden und mehr die Übersicht behalten? Wie soll man bei 1000 Freunden  und mehr mitbekommen, was der eine oder andere denkt? Ist es nicht nur Oberflächlichkeit, die sich hinter der Freundehascherei verbirgt? Ich will etwas sein, was ich eigentlich überhaupt nicht bin? Ich gab beides wieder auf. 

Oder was sagt uns das über einen Menschen aus, der seine Zugriffe monatlich auf seinem Blog veröffentlicht? Ist deshalb sein Blog besser geworden? Wieso macht er sich von Zugriffen abhängig? Sicherlich freut es jeden, wenn er Menschen findet, die seine Gedanken teilen, aber wenn man sich davon abhängig macht, verrät man dann nicht seine Seele? Schreibt man vielleicht nur, weil man die Zahl seiner Zugriffe im Hinterkopf hat?

Definiert sich Mensch nur nach seinem Rang bei der Google-Suche und wieviele Einträge unter seiner Person zu finden sind? Oder seinen Google-PageRank, seine Xing-Persönlichkeit, sein Wong-Account, seinen Alexa-Rang?

Wieso macht sich Mensch  zum Sklaven von Dingen? Springt auf jeden Zug auf, der von der Industrie ins Rennen geworfen wurde? Die wollen Knete machen. Und der Mensch? Er wird nicht besser, nicht schlechter dadurch. Er wird nicht klüger, nicht dümmer, nicht liebenswerter. Vielleicht angesagter?

Aber muss ich angesagt sein? Wer bestimmt darüber, dass ich angesagt bin und wieso unterwerfe ich mich diesem Diktat?

Sollte ich nicht danach streben, meine inneren Werte weiterzuentwickeln, auch wenn die niemand anderes sieht als ich oder meine Freunde im wirklichen Leben? Sollte ich nicht danach streben meine Talente zu pflegen, auch wenn die niemand anderes interessieren? Falls ich Gleichgesinnte treffe - gut - falls nicht - ist's auch nicht schlimm. Sollte ich mich nicht jenseits des Beifalls beschäftigen? Mich über mein Geschaffenes auch ganz allein freuen können?

Wer sind wir? Sind wir nur die Ansammlung unserer sogenannten Statussymbole? Oder sind wir mehr?


Kommentare:

  1. Ja.
    Leider definieren sich die Menschen in der Regel über Besitztum und urteilen über andere ebenfalls in dieser Richtung. Wenn man allerdings hinter diese Fassade sieht, hat das Sein mit dem Schein nichts mehr zu tun.
    Deshalb kenne ich auch keinen Sozialneid, da ich Glück und Zufriedenheit anders definiere.
    Und ich bin schon - durch Hartz 4 - eine arme Kirchenmaus.
    Bleibt nur zu hoffen, dass mir diese Kraft noch lange erhalten bleibt.

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  2. Ich finde es heutzutage auch unerträglich, dass viele meiner Mitmenschen nur noch auf Statussymbole, bewußt oder unbewußt, anspringen und in entsprechende Schubladen, welche meistens noch nicht mal dem eigenem Denken entsprungen sind, gepackt werden.
    Wenn man mal gezielt nachfragt, warum das eine oder andere nun so extrem wichtig war, es zu besitzen, die meisten einen dumm anschauen, als ob man selber nicht ganz dicht ist, so eine abwegige Frage zu stellen, statt in Bewunderung zu verfallen. Ich finde diese unsere "Entwicklung" (aufgezwungene!!!) mehr als bedenklich.
    Ich habe mich selber bewußt geändert, und lebe sehr zufrieden und glücklich damit, auch wenn andere mich dafür in "Schubladen" stecken. Ich schwimm gegen den Strom, in der Hoffnung irgendwann nicht mehr allein in diese Richtung unterwegs zu sein.
    wrong23

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  3. Mir geht es auch so. Ich frage mich vorher, wofür brauchst du das Ding und diese Frage muss zu meiner Zufriedenheit von mir beantwortet werden können. Ich habe die gleichen Erfahrungen gemacht. Mit mir wurde schon der Email-Kontakt abgebrochen, weil ich eben die gleichen Fragen gestellt habe.
    Also, machen wir weiter so.
    LG

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