Donnerstag, 12. August 2010

Wenn das keine Perspektiven sind.

So bleibt noch die Hoffnung auf die freie Wirtschaft, wo die neuen Jobs für Geringqualifizierte entstehen müssten: Franz nennt die Tütenpacker, die man aus amerikanischen Supermärkten kennt, die Scheibenreinigung an Tankstellen, Schuhputzer und Menschen, die am Morgen Brötchen austragen. Wie das funktionieren soll, nachdem man den Deutschen Jahrzehnte lang beigebracht hat, ihre Einkaufstüten selbst zu packen und die Scheiben an der Tankstelle selbst zu säubern, lässt er offen
von hier

Man geht mit einer Selbstverständlichkeit davon aus, dass die Arbeitslosen bzw. Langzeitarbeitslosen alle Geringqualifizierte wären. Man weiß es besser! So soll Stimmung für Tütenpacken im Supermarkt, Schuhputzen auf der Straße (die 3. Welt lässt grüßen), Brötchen austragen und solch Müll gemacht werden.

Und das sollen Perspektiven sein? Damit soll man Lust auf Kinder bekommen, auf Familie?

Trauriges reiches Deutschland, dass seine Bürger als Dritte-Welt-Volk halten will, zumindest einen immer größer werdenden Teil, entgegen aller euphorischen Jubelschreie zum Beispiel von der Leyenspielerin. 

Das soll nun ein Jobwunder werden? Wenn mir jemand mein Zeug aus dem Wagen nimmt und es in eine Tüte packt, obwohl ich absolut KEINE Tüten benutze? Muss ich damit rechnen, dass mir in nicht so ferner Zukunft  ein Diplom-Ingenieur die Schuhe putzen will, obwohl ich niemals Lederschuhe trage? Oder wird eine Diplom-Psychologin mir Brötchen an die Türklinke hängen müssen, obwohl ich keine esse?

Wieso will man Menschen - ich betone MENSCHEN - zu irgendwelchen Mist verdonnern, den sie nicht machen wollen? Wozu haben Menschen eigentlich mal einen Beruf erlernt?

Solch krankes Zeug kommt doch nur aus Hirnen, die vielleicht schon immer eine Putzhilfe hatten, eine Po-Abwischhilfe, eine Kinderfrau, eine was weiß ich denn noch, vielleicht sogar eine Dienstmagd in der Küche, einen Butler für Empfänge. 

Ich brauche dafür niemanden. Ich kann mir meine Waren selbst in die Tüte packen, meine Schuhe selbst putzen, auch die Autoscheiben. Ich empfinde das auch nicht als eine Dienstleistung, sondern nur peinlich. Ich habe zwei Hände, die anpacken können und benötige für solche Tätigkeiten keine anderen. 
Dienstleistungen sehe ich auf einen völlig anderen Gebiet. Bezahlt Pflegekräfte ordentlich, stockt die Stellen auf, stellt Straßenbauarbeiter ein, damit nicht nur zwei Hansel völlig verzweifelt an einem Kilometer kaputter Straße monatelang rumwerkeln müssen. Schließt die Selbstbedienungskassen und schafft dafür ordentlich bezahlte Kräfte für die richtigen Kassen, ach, das ließe sich noch endlos fortsetzen. Lasst Kunden nicht in großen Märkten hilflos umherschwirren, unterstützt sie mit ordentlich bezahlten Verkäuferinnen, denn ich habe keine Lust, die Dienstleistungskräfte von meinen Steuern zu bezahlen, damit die sich auch etwas zu Essen kaufen können. Das ist Sache der Arbeitgeber. Vermischen wir nicht einfach die Sachlagen, so wie jetzt in diesem Land üblich.

Und nebenbei: Immer wird von einem Dienstleistungsland gesprochen, was wir werden sollen. Ein Mensch, der einen Hungerlohn bekommt, wird niemals gute Dienstleistung produzieren können. Und dann noch einer, der gezwungenermaßen Dienstleistungen produzieren muss, was kann ich von dem erwarten? Freundlichkeit? Hilfsbereitschaft? Das sicherlich nicht. Höchstens eine zertifizierte nach ISO was weiß ich denn.

Lebe ich in einem Kasperletheater? Oder in einem demokratischen Land?


Kommentare:

  1. Ach, der Wolfgang Franz.
    Ein gefährlicher Kasper in diesem Kasperletheater, der mit seiner ehrlichen (?) Arbeit seine Verachtung auf die Menschen spuckt.
    Unter Hitler hätte er seine Freude gehabt.
    Und das meine ich ernst.

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