Donnerstag, 12. August 2010

Wer nicht arbeitet ...

... soll auch nicht essen! Das scheint immer mehr Konsenz in dieser Gesellschaft zu werden. Erst waren die Arbeitslosen an der Reihe, jetzt sind es die Rentner. Die Reihenfolge wird sich nach Lust und Laune der Deutschlandbesitzer wieder ändern können oder erweitert werden.

Ein gewisser Herr Zimmermann aus dem Arbeitgeber-Wirtschaftsinstitut ist dafür eine leuchtende Zierde seiner Zunft. Eigentlich sollte man ihn warnen, wenn er den Mund aufmacht, dass er erst das Hirn einschalten möge, aber das ist wahrscheinlich nicht mehr notwendig, hier und heute. Diese Gesellschaft schluckt jedweden Müll.

Er verteidigt die Rente mit 70 und stellt sie als alternativlos dar. Was ist in diesem Land denn mal mit einer Alternative versehen? Alles was Lieschen Müller und Hans Jedermann betrifft, ist immer alternativlos. Seine Argumentation ist ein Paradebeispiel von unlogischer, heißer Luft. 

Er meinte sinngemäß, dass eben eine Rente mit 70 alternativlos wäre, denn es werden ja jetzt Armutsrenten gezahlt (!) und deshalb wäre es menschlich die Rente auf 70 anzuheben! 

Na, das nenne ich doch mal logisch!

Ich gebe zu, dass er die beiden Teilsätze nicht hintereinander gesagt hat. Ich habe sie nur auf den Punkt gebracht. Das Gewäsch dazwischen war auch so Logik befrachtet und "überzeugend". Man könne nicht die Rentenbeiträge erhöhen, weil dann die Lohnkosten dermaßen steigen würden, dass wir nicht mehr wettbewerbsfähig sind.

Unheimlich logisch. Wir, die Weltmeister der Niedriglöhne, die ganz Europa in Grund und Boden konkurriert haben, haben Angst davor, dass das Volk mal Anteil an dem Erarbeiteten hat und das den Menschen, die das in der Vergangenheit ermöglicht haben, gedankt wird für ihre Anstrengungen. Da könnte doch wer zu kurz kommen und vielleicht eine Null auf seinem persönlichen Konto einbüßen? Oder wie soll ich das sonst verstehen?

Nach der Logik kommt die handfeste Lüge. Die jungen Leute würden aus Deutschland weggehen, weil sie soviel Rentenbeiträge zahlen müssten. Nun so hat er es nicht direkt gesagt, aber wir sollten es so verstehen. 

Also gehen die junge Leute nicht deswegen aus Deutschland weg, weil ihnen hier eine Perspektive verwehrt wird, weil ihnen keine Löhne gezahlt werden, mit denen sie ihre Zukunft planen könnten, weil sie keine richtigen Arbeitsverträge mehr erhalten, die es ihnen gestattete, eine Familie zu gründen und sie gehen letztendlich nicht aus Deutschland weg, weil ihre Arbeit hier nicht anerkannt wird. Nein, sie gehen weg, weil sie für ihre Mütter, Väter, Omas und Opas sorgen müssen.

Das ist die Logik der Menschenverachter!

Ich zitiere dazu aus dem Blog Quergedacht:


den ich hiermit wärmstens empfehle.

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