Montag, 13. Dezember 2010

Niedrigeinkommen - krankenversichert und verantwortungslos

Da ich mich zum Kommentieren nicht erst anmelden möchte, habe ich mir gedacht, machst du das mal in deinem eigenen Blog.

Ausgangspunkt ist ein Artikel des Infokriegers, der fast lesenswert ist. Ich bin über eine kleine Aussage gestolpert, die sich mit den Gewerkschaften befasst, die die privaten Krankenkassen abschaffen möchten und finde, dass sie vor Hochnäsigkeit nur so strotzt.


Hierzu möchte ich Ihnen kurz eine kleine Erläuterung meiner Ansicht geben. Auch ich bin Privat krankenversichert und schätze die Vorzüge sehr. Häufig ist es bei “gut Verdienern” so, dass Arztbesuche eine absolute Ausnahme sind, da mit einem höherem Gehalt im Normalfall auch höhere Verantwortung verbunden sind.  Alles lesen bei Infokrieger


Ich bin das arme Schwein, das gesetzlich versichert ist. Mal davon abgesehen, dass ich immer mal wieder ein Problemchen habe, Facharzttermine in überschaubaren Zeiträumen zu erhalten, belästige ich die Ärzte en masse. Ich bin ja eine gesetzlich Versicherte. 

Da ich eine gesetzlich Versicherte bin, saufe ich, rauche ich, esse laufend fettige und süße Sachen, treibe an meinem Körper Raubbau. Ich bin sowas von fett geworden, sitze nur noch auf der Couch und schaue Dokusoaps und Telenovelas. Wenn ich wirklich mal aufstehe, dann nur, um in die nächste Bäckerei zu laufen, um mir Windbeutel und Tortenstücke zu kaufen. Ich esse Tütensuppen, Fertignahrung, Pommis und Pizzas.

Von mir kann man auch nichts anderes erwarten. Ich erhalte eine nicht allzuhohe Rente, bin gesetzlich versichert. Das sagt doch schon alles. Ich benehme mich eben nicht verantwortungsvoll.

Ich bin der Grund, dass die Krankenkassenbeiträge steigen müssen.

Nur, was will man auch von mir verlangen. Schließlich bin ich keine Besserverdienerin. Und wenn ich nirgend wo hingehen kann, dann gehe ich halt zum Arzt. Es macht unheimlich Spaß sich den halben Tag ins Wartezimmer zu setzen. Vielleicht kann ich wieder ein paar Medis ergattern.

Upps, passe ich dort überhaupt noch auf das Stühlchen im Wartezimmer?


Kommentare:

  1. Dazu muß man ja wohl nichts mehr sagen. Die Aussagen von diesem Krieger sind einfach nur als dumm zu bezeichnen.

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  2. Liebe Freundin Petra,
    Der goldrichtiger Spruch von Manfred Gerlach faßt alles zusammen! Der DGB denkt wohl weil er die B*R*D Einheitsgewerkschaft ist daß es auch besser wäre daß es eine Einheitskrankengasse gebe? Hier in Flandern (Belgien) gibt es eine Vielzahl an Krankenkassen, die aber alle grundsätzlich dasselbe staatliche Gesetz über den Krankenkasse unterliegen. Man kann nach freier Wahl und Ermessen Mitglied sein einer christlichen, sozialistischen, liberalen, flämisch-nationale, neutrale und oder oder sein, aber krankenversichert muß jeder sein, solidarisch und gesetzlich. Es gibt da natürlich verschiedene Regelungen und Tarife je nach Einkommen aber im Grunde ist es dasselbe. Wünsche Dir Gesundheit und weitere literarische Schaffenskraft.
    Aus meine sehr winterliche flämische Sommerfrische grüßt ganz lieb,
    Deine Nadja

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  3. Naja, liebe Nadja, es ging eigentlich nicht darum. Es ist nebensächlich, ob es nun viele oder eine gibt, Hauptsache sie wird solidarisch geführt. Es ging eher darum zu zeigen, wie hochnäsig privat Versicherte sein können.

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  4. Ja mir geht es auch so, aber nicht nur durch einen "Infokrieger", sondern durch die kassenärztliche Vereinigung persönlich. Wer auch noch schwer behindert ist, wie ich, der ist besonders bequem, und nur zu faul seinen Rollstuhl zwecks Arztsuche durch die Pampas zu manövrieren - paar Kilometer mehr oder weniger machen da ja gar nichts aus, schliesslich sitzt man dabei kommod im Rollstuhl, und muss den nur anschubsen. Diese Herrschaften können es auch nicht nachvollziehen, warum es für einen behinderten Menschen nicht unbedingt möglich ist, den Rollstuhl selber anzutreiben, - Elektro-Rollstuhl ist nicht,- und eben nicht die Nahverkehrsmittel benutzen zu können, weil ohne Hilfe zusätzlicher Art nichts geht.
    Sie können es auch nicht nachvollziehen, dass ich einen Termin nicht wahrnehmen kann, der mir nur einige Stunden zuvor mitgeteilt wurde.

    Nein, das können sie nicht, denn sie haben das Bild vor ihren inneren, verhetzten Augen, dass jeglicher gesetzlich Versicherte, egal ob behindert oder nicht, nur zu bequem ist, um gesund zu bleiben. Wenigstens so gesund, dass es die Kassen nichts kostet, und so krank, dass es passend für die Ärzte ist, die man gefälligst nicht aufsuchen soll, wenn man nur gesetzlich versichert ist, usw. usw.
    Es ist nur noch zum Kotzen.

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  5. Nach Ansicht der Hochnäsigen, haben wir uns auch unsere Krankheit ausgesucht. Ich wünsche allen diesen Klugscheißern, dass sie eines Tages am eigenem Leib erfahren müssen, wie es ist, chronisch krank zu sein oder eben schwerbehindert.

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  6. Liebe Freundin Petra,
    Wieder nicht zufrieden mit mir? Ich habe Deine sarkastische Botschaft gut gelesen und wohl verstanden. Auch ich gehöre zu den Kleinverdiener, zu den Niedrigeinkommen, meine Enissa ebenfalls. Auch wir haben zu leiden über die stets höhere Beiträge, Gebühren und stets weniger und kleinere Rückzahlungen durch die Krankenkasse. Statt meckern und klagen wollte ich gegenüber dein Zitat von einen hochnäsigen Besserverdiener, tatsächlich das solidarische Aspekt hervorheben, das hier noch nicht ganz verloren gegangen ist. Sonst, wenn man die Neoliberalen tun läßt, kommt man in Zustände wie in den USA zurecht. Ich bin deswegen nicht neidisch auf Besserverdienenden, die ganz logisch höhere Beiträge an der Krankenkasse zu leisten haben.
    Nadja

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  7. Okay, liebe Nadja, das hatte ich nicht so verstanden, weil du dich ja gegen den DGB gewandt hattest.

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