Montag, 17. Januar 2011

Mir aus dem Herzen gesprochen

Ich hoffe, dass Herr Gutte aus Görlitz nichts dagegen hat, wenn ich seinen Leserbrief aus der "Jungen Welt" übernehme:

Einige in der Linken machen sich, wie es scheint, auf, ein Unwort des Jahres zu kreieren, und sie nennen das Kommunismus. Und da sich viele der eigenen Genossen darob an den Kopf greifen, versuchen sie ihre »Grundtorheit« zu erklären. Unter den Menschen, und besonders unter den Westdeutschen, verbänden sich mit Kommunismus Begriffe wie Gulag, Unterdrückung, Unrecht und so weiter. Und die Menschen, sprich Wählerstimmen, dürfe man ja nicht verprellen. Und so frißt man Kreide und spricht die Sklavensprache. Wenn ein Bekannter von mir seine Oma in eine Omma umgetauft hat, wenn der hiesige Weihnachtsmarkt zum Christkindlmarkt sich wandelt, der an Weihnachten schließt, so ist die devote Übernahme landschaftlich fremder Sprachgewohnheiten nur lächerlich. Wenn aber der Kommunismus als »Reich des Bösen« verteufelt wird, ist das keine nur semantische Verwirrung. Ich bin ein höflicher Mensch, der auch seinem Gegner mit leichter Verbeugung begegnet, aber wer den Kotau zu heftig und zu oft vollzieht und dabei immer wieder mit dem Kopf aufschlägt, kann Probleme mit dem Nachdenken bekommen. Nicht von ungefähr hat Eberhard Esche einem seiner lockeren, aber sehr politischen Bücher den Titel eines Ausspruchs von Zelter gegeben: »Wer sich grün macht, den fressen die Ziegen!«






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