Freitag, 4. März 2011

Das musste mal gesagt werden!

Die Karnevalszeit ist doch wirklich schön und noch besser, wenn sie ganzjährig stattfindet, wie ich gestern schon schrieb. 

Wieder ein Höhepunkt regierungsamtlicher Verlautbarungen. Dieses Mal ist's der neue Innenminister, dessen Namen ich mir noch nicht gemerkt habe, was wahrscheinlich auch nicht so wichtig ist. Namen sind Schall und Rauch, aber rausgeplautzte Meinungen nicht.

Der Islam gehört NICHT zu Deutschland. 

Na, das ist doch mal eine Aussage. Realitätsfremder gehts nimmer. Vielleicht gehören Muslime nicht in sein Stadtviertel. Vielleicht hat er sie auch noch nie in seiner Stadt oder Berlin gesehen, wenn man dann so mit Limousine auf den breiten Straßen zur Arbeitsstelle durchrauscht. Zwischen Elitenghetto und Arbeitsplatz - da gibt es nicht viel zu sehen. Da muss ich ihm recht geben.

Nun stellt sich die Frage. Was machen wir mit den Muslimen? Bekehren wir sie zum Christentum? Bauen wir eine hohe Mauer um ihre Stadtviertel mit Einlass- und Auslasskontrolle, wie in Bethlehem? Schauen wir einfach so durch sie durch? Übersehen wir sie auf der Straße? Lassen wir ihre Läden links liegen? Deutschland hatte das schon mal eingeübt, nicht in fremdrassige Läden zu gehen. Was machen wir mit ihnen?

Wäre es nicht andersherum besser? Sollte sich die Regierung nicht endlich zum bunten deutschen Straßenbild bekennen? Sollte Deutschland nicht endlich alles tun, ALLE Menschen - ob und christlich oder wie auch immer - so zu nehmen wie sie sind? 

Hat nicht die Fixierung auf eine bestimmte Religion und damit die Ausgrenzung einer anderen schon einmal 6 Mio Tote gekostet? Haben wir immer noch nichts daraus gelernt? 

Und wie kann ein Mensch Innenminister sein, der einen Teil, der in Deutschland lebenden Menschen, als für ihn nichtexistent ausgibt? Schließlich ist ein Muslim nicht von seiner Religion zu trennen, sonst wäre er nicht Muslim. 

Ist er nur für Christen da? Oder - was zumindest ebenso schlimm wäre - nur für Deutsche? 

Und was bedeutet seine Aussage für Atheisten, Buddhisten, Hinduisten usw. usf.?

Wer gehört eigentlich zu Deutschland und wer bestimmt denn das?

Kommentare:

  1. Dass der Islam zu Deutschland gehört, lässt sich aus der Historie nirgends belegen.
    Der Islam kann gar keinen Beitrag zur europäischen Kultur geleistet haben. Das, was man heute unter europäischer Kultur versteht, hat sich zum großen Teil erst in der Neuzeit entwickelt. Eine Kultur, die selbst noch im tiefsten Mittelalter gefangen ist, kann da nichts beigetragen haben. Wenn jemand an diese merkwürdige Religion glauben möchte ist das seine Privatsache, jeder kann an das glauben was er will. Als Fundament einer zivilisierten Gesellschaft ist dieser Glaube in keinem Fall akzeptabel.

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  2. @anonym: Ist schon schlimm, wenn man in der Schule nicht aufgepasst hat. Ich z.B. nutze arabische Zahlen. Und nun aufgepasst: die meisten Araber (auch Turkstämme) = Muslime! Unsere wissenschaftlichen Grundlagen, so wie z.B. "pi" sind über die muslimischen Reiche wieder zu uns zurückgekommen und wurden aus der arabischen Sprache in das Lateinische übersetzt. Europa hat die Antike über die muslimische Welt wieder entdeckt. Ohne die, wären unsere wissenschaftlichen Grundlagen verschwunden gewesen. Es ist falsch, dass unsere Kultur sich erst in der Neuzeit entwickelt hat. Unsere philosophischen und naturwissenschaftlichen Grundlagen sind ein ganzes Stück älter. Das sogenannte Abendland hat den christlichen Glauben auch schon während des Römischen Reiches angenommen unter Kaiser Konstantin. Und du wirst es nicht für möglich halten. Islamische Zivilisation war wesentlich reicher und besser als damalige europäische, von der Hygiene angefangen, über die Kunst bis hin zur Wissenschaft. Die kastilischen katholischen Spanier waren deshalb recht verwundert, wie die Paläste der Muslime ausgestattet waren. Das könntest du auch heute noch überall in der Welt sehen, wo es muslimische Kultur (auch in Verein mit hinduistischer) gibt und gab. Es ist sehr vermessen zu sagen, dass wir zivilisiert wären. Heutzutage stellt sich mir z.B. das nicht so dar. Es geht auch nicht um Religion an sich, es geht um die Menschen. Es geht auch überhaupt nicht darum, was früher war. Ich z.B. wohne in einem früheren slawischen Gebiet, was wieder ganz andere Wurzel hat. Meine Ausführungen dazu sind nur am Rande interessant. Heute ist es nun mal so, dass wir muslimische Mitbürger bei uns haben, Moscheen bei uns stehen, ergo gehört auch der Islam mit zu Deutschland, wie der Buddhismus, der Taoismus, der Shintoismus, der Animismus, sämtliche Strömungen des Christentums, das Judentum, der Hinduismus und natürlich der Atheismus. Deutschland ist vielfältig geworden und darum geht es. Ich mag keine der Religionen, weil ich Religion für überflüssig und schädlich halte, aber ich verlange auch von niemanden, dass er diese Gedanken mit mir teilt. Übrigens sollen wir ostdeutschen Heiden ja auch missioniert werden. Dafür wird viel Steuergeld verschwendet, weil man nicht akzeptieren kann, dass viele nicht glauben. Nur beleidigt man uns nicht so sehr, weil wir Deutsche sind. Also bitte erst gut überlegen und Bildungslücken ausgleichen. Dazu reicht keine BILD-Zeitung, sondern man muss richtig gute Bücher in die Hand nehmen. Das kann ich dir leider nicht abnehmen. Nichts für ungut.

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  3. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,749307,00.html

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  4. Na manche kapieren es nie und verstecken sich hinter dem Spiegel. So will ich mal etwas anderes sagen. Das wir Deutschland sind ist Zufall. Wir Europäer sind ein Konglomerat verschiedenster Völkerstämme. Direkt Deutsche gibt es überhaupt nicht. In Europa ist das alles nicht so sehr auseinander zu halten, da wir im Feudalismus von einem Fürsten zum nächsten gesschlagen worden sind. Nur mal so: Was gehörte denn nicht alles zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Das alles führt doch schon die popelige Deutschland-Debatte ad absurdum. Nun will ich noch mal ganz gemein sein. Zu Deutschland gehören die heidnischen slawischen Bräuche. Ich bekenne mich zu meiner slawischen Inbesitznahme. Daran sieht man schon die Absurdität der Diskussion. Lächerlich ist auch die Spiegelaussage, mit dem Türken vor Wien. Was sagen wir dann zu den Kreuzrittern vor Jerusalem? Und noch eins drauf. Nicht die deutschen Christen haben Wien gerettet, das waren unsere slawischen Freunde. Eroberungskriege als Grundlage für heutige Diskussionen, etwas Falscheres (das Wort gibt es eigentlich nicht, muss ich aber hier verwenden) kann es gar nicht geben. Wir müssen vom hier und jetzt ausgehen und können deshalb NICHT eine ganze Bevölkerungsgruppe einfach ausgrenzen und zwar willkürlich, denn niemand regt sich z.B. über Taoisten auf. Nun gut, Atheisten sind auch schlecht angesehen. Und der größte Hammer ist immer die christlich-JÜDISCHE Tradition. Die wurde in Auschwitz vergast!

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  5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  6. So jetzt noch eimal neu, gewandt an Herrn oder Frau Anonym. Warum nicht mal selbst denken, sich fragen, wer hat was gesagt. Und warum hat er das gesagt. Es beginnt schon damit, welcher christliche Glauben denn? Evangelen haben eine ganz andere Vorstellung als Katholen. Dann gibt es noch die Orthodoxen, die alles auch völlig anders sehen. Wir dürfen doch nicht glauben das Christentum gleich Christentum ist. In Jerusalem in der Grabeskirche kloppen sich heute noch verschiedene Strömungen und das nicht im übertragenen Sinne, sondern körperliche. Nicht mal die Grabeskirche wird von allen Christen gleichzeitig anerkannt. Und in der Grabeskirche hat jede Strömung ihr Eckchen. Na welche christliche Tradition ist's nun?

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  7. ja ja .. der " nahe Osten " lässt sich halt nicht verleugnen :-))

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