Montag, 21. März 2011

Hiroshima ganz nah



Gestern sah ich einen Bericht über den Abwurf der Atombombe in Hiroshima mit den Auswirkungen auf die Menschen. Ich musste mich sofort wieder an meinen Besuch dort erinnern, an die Zeugnisse im Museum, die alleinig übrig geblieben waren. Die Menschen starben, verbrannt, verkohlt und trotzdem noch kriechend bis zum endgültigen Tod. Danach brach eine unbekannte Krankheit aus, damals unbekannt, zumindest in Japan und vielleicht auch im Rest der Welt: die Strahlenkrankheit. Nur die Amerikaner kannten sie. Die Menschen spielten Versuchskaninchen, Informationen wurden über sie gesammelt, Kinder vor allem untersucht, ihre Krankheiten im Nachgang zur Strahlenverseuchung dokumentiert. Und was dann? 

Dann gingen die Länder zur Tagesordnung über. Sie bunkerten Atomwaffen, bauten Atommeiler ... ohne Verantwortung gegenüber den Opfern von Hiroshima (und natürlich auch Nagasaki). 

Im Museum kann man die Tragödie verfolgen.

Im wirklichen Leben wurden auch in Japan keine Schlussfolgerungen gezogen. Gerade Japan hätte sich aufraffen müssen, Alternativen zum Atomstrom zu finden. Sie wussten aus erster Hand, was passieren konnte, wenn ein Atommeiler außer Kontrolle geriete. Und sie haben das Risiko bewusst gewählt - auf Kosten der Menschen. Sie haben gespielt und verloren. 

Wie wird es weiter gehen?

Damals 1945 und Jahre später mussten die Atombombenopfer um ihre Anerkennung kämpfen. Man sprach nicht über sie, man verleugnete sie, man ließ vielen keine Hilfe zukommen, so wie sie es verdient hätten. Offiziell war es in Japan sogar verboten, über die Auswirkungen der Bombe zu sprechen. Man verweigerte sogar Opfern ein Denkmal, so den Schülerinnen und Schülern einer ganzen Schule. Das Denkmal für diese Kinder steht außerhalb des Friedensparkes. 



Und außerhalb des Friedensparkes trafen wir auch ein Opfer des Atombombenabwurfes, der damals noch ein kleiner Junge war.



Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Besucher über sein Leben und das seiner Familie, Freunde, Verwandte und Bekannte zu berichten, was sie erlebten vor, während und nach dem Abwurf der Bombe.

In Erinnerung an das, was damals geschah, kann ich mir vorstellen, wie die Katastrophe in Fukushima behandelt werden wird. 

Der GAU findet statt, hat schon stattgefunden. Trinkwasser ist schon radioaktive verseucht, bis nach Tokyo. Verseuchte Lebensmittel wurden schon gefunden und der Boden ist weiträumig um Fukushima verstrahlt. 

Die Menschen werden belogen. Man will die Atomindustrie retten und - nicht zu vergessen - Japan muss gut vor der Welt da stehen, sein Gesicht gewahrt haben.

Hat man damit sein Gesicht gewahrt? 

Welches Gesicht hat man gewahrt? 

Das von Tepco? 

Werden die Menschen wieder - wie in Hiroshima - ins dunkle gestoßen. Wird man wieder alles als geheim einstufen? Wird wieder das Leid der Menschen verleugnet werden? 

Und Opfer, welche Chancen haben sie heute? Sicherlich noch weniger als damals 1945 und den Folgejahren. Jetzt haben wir Grenzwerte! Prüft die jemand nach? Wenn Monster geboren werden oder Menschen sterben, können Rechte einklagt werden? Wo doch die Verstrahlungswerte angeblich so niedrig wären? Ich glaube, die Menschen in Japan haben schlechte Karten. Vielleicht werden sie aber auch aufwachen und eine Anti-Atommeiler-Bewegung wird von einem kleinen Häufchen zu einer großen Bewegung anwachsen. Ich hoffe das für die Japaner. 



Hier, man sieht es auf dem Bild nicht so gut, brennt eine Flamme, die erst verlöschen soll, wenn es keine Atombomben mehr auf der Welt gibt. Setzen wir dazu - wenn es keine Atommeiler mehr gibt.

Wir wollen doch nicht, dass nur noch Denkmäler von uns übrig bleiben.





Kommentare:

  1. Ein Vertuschen und verbiegen von Wahrheiten wird wohl immer schwieriger werden; dafür sorgt schon das www.
    1986 - was Tchernobyl betrifft - gab es diese Möglichkeiten noch nicht, wie wir sie heute vorfinden.
    Und 1945 war es wohl noch einfacher zu verschweigen, was die USA als Massenmörder abgestempelt hätte.
    Wer kannte damals schon Japan?
    Heute wissen wir alle, dass sie Massenmörder sind.
    Öfters klicken verhindert die Massenverkalkung eines Volkes. So gesehen tragen Langzeitarbeitslose eine besondere Verantwortung, da sie dafür vom Staat die nötige Zeit geschenkt bekommen.
    *grinst*

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  2. Das scheint mir nur bedingt richtig zu sein, da niemand die wirklichen Werte der Verstrahlung kennt, als z.B. Tepco.

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  3. "wenn ihr uns kein geld mehr gebt, versenken wir japan im meer"... dann atombombe vor küste, sabotage der atommeiler um die strahlung zu vertuschen und auslösen des tsunamis per haarp. und seit dem erdbeben jeden tag über 70 nachbeben an der selben stelle wo der 6 km tiefe graben ist... schon an die 700 erdbeben immer an der gleichen stelle...
    das is zum heulen...

    (http://www.youtube.com/watch?v=7TsWyG4LNEo&feature=player_embedded)
    (http://www.youtube.com/user/conrebbi#p/u/12/NuyAWWDnQwU)

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  4. Ich habe das Buch gelesen. Ich war in Japan und habe dort keinen einzigen Tag Erdbeben gespürt. Man hat uns auch gesagt, dass es jeden Tag Erdbeben geben solle, aber die meisten Erdbeben sind so gering, dass man nichts merkt. Irgendwann wird vielleicht Japan sinken. Nichts bleibt in der Welt beim Status quo. Inseln kommen und vergehen im Laufe Zeiten, die eher Geologen beziffern können. Japan wird nicht heute und nicht morgen sinken. Eher machen wir die Erde selbst kaputt.

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  5. Zitat: Dann gingen die Länder zur Tagesordnung über. Sie bunkerten Atomwaffen, bauten Atommeiler ...
    ohne Verantwortung gegenüber den Opfern von Hiroshima (und natürlich auch Nagasaki).


    Wer sind die Länder? Die Länder kann man nicht zur Verantwortung ziehen aber die Verantwortlichen nennt die Verantwortlichen beim Namen!

    An ihre Taten wirst du sie erkennen es wird Zeit das wir die Verantwortlichen beim Namen benennen!

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  6. @hanne: Ich kenne nicht die Geldgeber per Namen. Sie gehören nicht zu meiner Verwandschaft oder Bekanntschaft.

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