Mittwoch, 30. März 2011

Verbrecher am Werk

  1. EU: Grenzwerte hinter Rücken der Bürger dramatisch erhöht
    foodwatch und das Umweltinstitut München e.V. kritisieren die Informationspolitik der Bundesregierung: Die EU hat klammheimlich die Grenzwerte für Lebensmittel aus Japan erhöht und die Ministerin Aigner schweigt.

    Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner verweist seit Tagen auf “verstärkte Kontrollmaßnahmen” und “spezielle Schutzstandards” – sie informiert die Öffentlichkeit jedoch nicht darüber, dass die EU-weit geltenden Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus den betroffenen Regionen Japans am vergangenen Wochenende deutlich erhöht wurden. [...]

    War bisher eine kumulierte Radioaktivität von Cäsium-134 und Cäsium-137 von maximal 600 Becquerel/Kilogramm zulässig, traten am vergangenen Wochenende bis zu 20-fach höhere Obergrenzen von bis zu 12.500 Becquerel/Kilogramm für bestimmte Produkte aus Japan in Kraft.

    Zwar gibt es in Europa derzeit keinen Anlass zur Sorge über hochbelastete Produkte aus Japan im Handel – dies rechtfertigt jedoch weder die lückenhafte Informationspolitik der Bundesregierung noch die Heraufsetzung der Grenzwerte. [...]

    Mit der Eilverordnung 297/2011, in Kraft getreten am 27. März 2011, hat die Europäische Kommission diese Grenzen für Produkte aus den betroffenen japanischen Regionen deutlich heraufgesetzt: auf 400 Becquerel/Kilogramm für Säuglingsnahrung, auf 1000 Becquerel/Kilogramm für Milchprodukte und auf 1250 Becquerel/Kilogramm für andere Nahrungsmittel. Bestimmte Produkte wie Fischöl oder Gewürze dürfen diesen Wert sogar um das Zehnfache übersteigen, also bis zu 12.500 Becquerel/Kilogramm belastet sein – ein 20-faches des bisherigen Limits.

    Hintergrund für die Anhebung ist die nach der Tschernobyl-Katastrophe im Jahr 1987 erlassene EU-Verordnung 3954/1987. Demnach können im Falle eines “nuklearen Notstandes” die Höchstgrenzen für die zulässige radioaktive Belastung von Lebensmitteln angehoben werden, um einer Nahrungsmittelknappheit vorzubeugen. “Diese Regelung jetzt in Kraft zu setzen, ist absurd, denn es gibt in Europa keinen nuklearen Notstand und erst recht keine Nahrungsmittelknappheit. Importe aus Japan spielen für die Versorgungssicherheit der europäischen Bürger überhaupt keine Rolle”, sagten Thilo Bode und Christina Hacker.

    Quelle 1: Glocalist
    Quelle 2: EU-Eilverordnung vom 26.3.2011 [PDF - 760 KB]
Gelesen HIER

1 Kommentar:

  1. Wobei die Grenzwerte für japanische Produkte weitaus niedriger angesetzt sind, als Grenzwerte aus benachbarten Staaten.(?)
    Eine ausreichende Kontrolle duch staatliche Stellen kann auch nicht gewährleistet werden; das müßten schon die Lebensmittelbetriebe/Vertreiber übernehmen. (?)
    Dabei bleibt noch offen, inwieweit sich radioaktive Substanzen aus Japan im laufe der Jahre im Lebensmittelkreislauf verbreiten.
    Das ist noch gar nicht absehbar.
    Ja, da sind Verbrecher am Werk.

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