Freitag, 25. März 2011

Wer denkt an sie

Es ist schon richtig, dass die Vorgänge um Fukushima den ersten Platz in der Berichterstattung über die Katastrophen in Japan einnimmt. Fukushima betrifft uns alle. Leider kommen die anderen beide Katastrophen - Erdbeben/Tusnami - nur noch am Rande vor.

Ich glaube, dass Japan hier einen Offenbarungseid leistet. Es ist traurig, die Menschen in Notunterkünften dahinvegetieren zu sehen. Nichts geschieht oder so gut wie nichts. Sicherlich, das verwüstete Gebiet ist nicht gerade klein und die Straßen sind kaputt. 

Nur, wer hat schon Berichte über eine Flotte schweres Gerät gehört, das massiv die Straßen zu den verwüsteten Städten leer räumen? Wo sind die Bagger, Kräne und was weiß ich nicht noch in den kaputten Städten? Wer räumt weg? Wen sieht man? Sieht man Soldaten wuseln, wie bei Erdbeben z.B. in China?  Man sieht höchstens kleine Grüppchen, die scheinbar lustlos in den Trümmern herum stochern.Wieso werden nicht Nahrungsmittel en masse über die in Betrieb gesetzten Häfen geliefert? Wird überhaupt die UN-Nahrungshilfe in Anspruch genommen? Hat davon jemand schon etwas gehört oder gesehen? Ich nicht. Werden Menschenketten gebildet, die aufräumen? Was wird überhaupt gemacht? Liefern Hubschrauber Nahrung? Das würde nicht reichen, wäre aber schon etwas. Inwieweit wurde die internationale Gemeinschaft eingebunden? Ich habe davon noch nichts gehört.

Interessiert sich überhaupt jemand für die leidenden Menschen dort?

Da ist dieses verdammte Nicht-das-Gesicht-verlieren. Und die Allmachtfantasien Japans. Nur, ich glaube diesen Allmachtsfantasien nicht. Die Menschen sind verletzlich und müssen füreinander einstehen. Niemand verliert sein Gesicht, wenn er Hilfe von anderen annimmt.

Da ist diese Unflexibilität, die japanisches Handeln kennzeichnet, dieses ja-nicht-entscheiden-wollen/ja-nicht-den-Hut-aufhaben-wollen, das ich selbst erlebt habe. Darunter leiden m.E. die japanischen Menschen gerade massiv.

Ich muss dabei immer an eine kleine Geschichte denken. Durch die Klimaanlage des Flugzeuges nach Japan hatte ich mir eine Erkältung zugezogen. Ich lechzte immer nach heißem Tee oder heißer Sake. Beim Abendessen in einem Hotel waren aber keine heißen Getränke eingeplant. Meine Bitte - in Verein mit unserem Reiseleiter wegen der Sprachschwierigkeiten - nach einem heißen Tee, setzte die ganze Hotelgastronomie in Aufruhr. Das Problem: Grüner Tee steht immer kostenlos da, wenn er vorgesehen ist. Aber ein kostenloses Getränk war nicht vorgesehen, ergo kein heißer grüner Tee. Meine Bitte nach schwarzem Tee löste ebenso ein Chaos aus, weil schwarzer Tee bezahlt werden muss und der eben nicht vorgesehen war. Da ich dann betonte, dass es mir egal ist, ob grün oder schwarz und dass ich das Getränk gerne bezahle Hauptsache es ist heiß, endete wieder in einem Durcheinander, weil Beides nicht vorgesehen war, weder Tee noch bezahlen. Nach einer guten Viertelstunde einigte man sich dann auf einen schwarzen Tee. Der Kellner kam an meinen Platz, goss aus einer Kanne Tee ein und wollte mit der Kanne wieder entschwinden. Er wurde dann von mir überrumpelt und ließ seine Kanne mit Tee bei mir und dass alles dann doch noch kostenlos, weil niemand in der Lage war, den Preis zu bestimmen, Tee war ja nicht vorgesehen. Und solche Verrenkungen bei einem kleinen, simplen Problem.

Stelle sich jetzt jeder selbst vor, welche Probleme nach diesen Unglück auftauchen.

Ich hoffe, dass sich diese Schockstarre endlich löst zum Wohle der vielen Menschen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich, dass du kommentierst. Nur beachte bitte:

Kommentare, die rassistisch sind, Hetze gegen bestimmte Personengruppen verbreiten und im Gossenjargon angefertigt werden, sind Spam und werden von mir nicht veröffentlicht. Außerdem mache ich bei unsachlichen und nicht zur Sache gehörenden Kommentaren sowie doofem Gelabere von Trollen von meinem Hausrecht gebrauch.