Sonntag, 3. April 2011

Die Zähmung der anderen

Interessant der Artikel von Jutta Dittfurt über die Übernahme der Grünen durch die sogenannten Realos und die Ankunft dieser im kapitalistischen System.

Jutta Dittfurt


Genau dasselbe wird mit den Linken gemacht. Die Parallelen sind nicht zu übersehen. Gut, die Medien zieren sich noch etwas, aber wenn sogenannte linke "Realos" etwas absondern, sind sie präsent. Realos übernehmen DIE LINKE.

Ich denke da an die Regierungsbeteiligungen, wo linke Interessen in den Müll geworfen worden sind. 

In Dresden z.B. wurde der ganze soziale Wohnungsbestand mit Einverständnis der Linken an eine Heuschrecke verkauft. Man halluzinierte darüber, dass ein Vertrag mit Sozialklausel abgeschlossen worden wäre. Mit Heuschrecken! Nun wundert man sich (oder auch nicht), dass die Sozialklausel nur ein wertloses Stück Papier ist. Dresden will die Heuschrecke verklagen, dass sie die Sozialklausel nicht einhält. Nun, ich glaube, Dresden kann prozessieren bis es schwarz wird. Ups, Dresden ist ja schon schwarz! Als mit Einverständnis der Linken die Wohnungen verkauft wurden, war das alternativlos - wie immer, um die Schulden wegzubekommen. Sie haben es auch geschafft. Natürlich nur kurzzeitig. Jetzt hat Dresden wieder Schulden UND keine Sozialwohnungen mehr. Es ist doch das normalste der Welt, dass eine Stadt Schulden machen muss. Ohne Kredite keine Investitionen, kein städtisches Leben. So ist das Leben angelegt. Und wenn man die Steuereinnahmen in Richtung Null fährt - weil das von Staats wegen so gewollt ist - müssen natürlich auch die Kredite höher sein oder man lässt das Gemeinwesen verludern.

In Leipzig opponiert nicht etwa die Linke, wenn sinnloses Zeug finanziert werden soll. Nein, sie verhandelt, hat Angst, dass man sie als Stasitruppe behandelt, lässt Westlinke sprechen, weil man kein Rückgrat hat sich als Ostlinker durchzusetzen, packtiert, schließt solche Kompromisse, dass man sich fragt, gibt es die Linke überhaupt noch?

In Berlin und anderen östlichen Bundesländer ist es ebenso. Gib der Linken Macht und sie verhält sich wie jede andere Partei. Soziale Verantwortung ist dann nur noch eine Phrase. Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes wird gekündigt, Löhne gekürzt, Projekte aufgegeben, usw. usf. Dass die Stadträte, Landesminister in einer kapitalistischen Regierung keinen Spielraum haben, wird einfach hingenommen.

Wo ist die Linke in der Organisation von breiten Protesten gegen das neue HartzIV? Wo organisiert die Linke Proteste gegen Leiharbeit? Was sagt die Linke, dass Lebensmittel und Strom an Börsen gehandelt werden? Wo sind die Proteste? Wo ist die Aufklärung der Menschen? Was sagt sie dazu, dass wir Brot in den Tank unserer Autos füllen sollen? Wo sind die Proteste der Linken dagegen?

Die Realos werden beklatscht. Auch von den Mainstream-Medien. Nicht oft, aber immer öfter. Man lechzt dort geradezu nach linken Parteimitgliedern, die ins sogenannte bürgerliche Lager abdriften und das lautstark kundtun. Diejenigen, die sich nicht mit dem abfinden wollen, was jetzt läuft, sind Spinner, Stalinisten, Ostalgiker, Fundis oder was auch immer, werden diffamiert.

Auch DIE LINKE ist im Prinzip nicht mehr wählbar. Sie kommt immer schneller im System an. Aber das System an sich ist nicht reformierbar. Das System an sich kann man nicht Vermenschlichen. Das ist ein Irrtum, den die Linken aufsitzen.

Kommentare:

  1. Nun, nicht unrealistisch, doch was tun sprach Zeus ? Nix wählen ? Selbst wenn die Wahlbeteiligung unter 10% fällt, schreien noch alle Gewonnen ! Revolution mit Gehirngewaschenem ? Dann kann auch der Wurstgulasch auf die Straße gehen.
    Und nu ?

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  2. @thom: Und nun ist eine gute Frage. Ich weiß es nicht. Leider ist wählen auch keine Alternative. Was wählt man denn? Man hat die Wahl zwischen Luzifer und Lichttrager. Höchstens kann man taktisch wählen, das schlimmere Übel gegen ein weniger schlimmes eintauschen. Mehr ist nicht. Leider.

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