Freitag, 8. April 2011

Es ist falsch

Nun hat es Portugal erwischt. Sicherlich wundert sich niemand darüber, dass Portugal beim Wettbewerb nicht mehr mithalten kann. Wer kann das schon, wenn man solch unfaire Wettbewerber wie Deutschland in seinen Reihen hat. 

Nun wird Portugal ein harter Sparkurs verordnet werden. Nein, das ist falsch, Portugal nicht, nur den Menschen auf der Straße, den ganz normalen Normalos. 

Ich verstehe von der Finanzwelt nicht so sehr viel. Mich wundert nur immer, wie man einfach nur Geld rüberreicht, dann sparen verordnet und meint, dass die Welt dadurch heil würde. Es ist viel mit Geld machbar, aber das meiste nicht. Wenn das Rezept nicht stimmt, kann man Geld soviel man will in eine Sache pumpen, es ändert sich nichts. 

Beim Sparen ist das ebenso. Das fängt schon bei einem selbst an. Wenn ich nur spare, verhungere ich. 

Bei Staaten ist das ähnlich. Wenn sie nur sparen, verhungern sie. 

Man sagt, Portugal ist ein strukturschwaches Land. Stimmt! Und wenn man strukturschwach ist, muss man sparen bis die Schwarte knackt. Leuchtet das jemanden ein? Also mir nicht.

Was soll so ein Land wie Portugal machen? Die Pfründe in der Welt sind verteilt. Die Unternehmen sind irgendwo in China, Vietnam, Indien und ähnlichen Ländern. Dort lassen sie fertigen. 

Will man, dass Portugal noch die Löhne von Indien unterbietet? Darauf soll es doch wohl hinauslaufen. Und wie will man dann sparen können, da schon in Deutschland die "tolle" Konjunktur mit richtigem Geld subventioniert werden muss, damit diejenigen, die die Arbeit machen, wenigstens ihren Hunger und ihren Durst stillen können und nicht nackt herumlaufen müssen. Die Ausgaben für H4 wachsen bei uns ins uferlose.

Portugal soll inovative Produkte entwickeln, fordert man. Das soll wohl ein Witz sein. Es gibt auf der Welt nur noch ganz wenige Unternehmen, die sich den Markt untereinander aufgeteilt haben. Und von wirklich inovativen Produkten sind die auch sehr weit entfernt. Das meiste sind Scheininovationen, die eigentlich niemand braucht. 

Da schließt sich die andere Frage an. Wer soll dann die Produkte in und von Portugal kaufen? Die Menschen dort sind verarmt worden, fallen also als Käufer mehr oder weniger aus. Und wohin soll exportiert werden? Deutschland exportiert auch nur und der deutsche Binnenmarkt liegt am Boden und wird sich - trotz gegenteiligem Beschwören - nicht erholen. Die anderen europäischen Staaten haben sich auch dem deutschen Spardiktat unterworfen oder sind unterworfen worden.  Sie werden bzw. die Menschen dort werden auch nichts kaufen können.

Wer also soll Portugal die Produkte abkaufen? Ich sehe niemanden.

Die Spirale in den europäischen Ländern wird immer weiter abwärts gehen. Sparen, verarmen, sparen, Schluss!

Gewinner sind nur die großen Unternehmen, die sich wie eine Krake durch die ganze Welt fressen. Die Spardiktate der kleinen Minderheit von Alles-Besitzern weitet ihre Raubzüge aus. Afrika ist schon leer gefressen, Asien wird immer leerer und Europa wird nun massiv ausgeplündert.

Zurück bleiben große Brachen, wo nichts mehr wächst, nichts mehr gedeiht, Menschen in kaputten Städten, die sich die Nase an den Schaufensterscheiben der letzten verbleibenden Läden platt drücken und es wird ein blühendes Ghetto geben, wo die überlebenden Alles-Besitzer ihre Zuflucht gefunden haben. Den Po bekommen sie von den abgewischt, die sie bis auf das letzte Hemd ausgeplündert haben.

Das ist die Endkonsequent des Spardiktates und einer rückwärtsgewandten Wirtschaftsmethode.

Ich selbst habe keine Rezepte, aber es wird doch irgendwo in der Welt kluge Ökonomen geben, die aus der Sackgasse eine Durchgangsstraße machen. 

Geld irgendwo hin geben, dort sparen zu diktieren und alles beim Alten bleiben lassen. Das ist wohl die falscheste (ich weiß, dass es es falscher als falsch nicht gibt, aber es muss sein) Methode, die ich mir vorstellen kann. Wenn es so weiter geht, wird der Euro als Zahlungsmittel keine lange Lebensdauer haben. 


Kommentare:

  1. Es gibt diese klugen Menschen, die Lösungswege anbieten können, nur, die sind nicht erwünscht und haben keine Lobby.
    Und wer zu gefährlich wird, wird aus dem Weg geräumt.
    Am Beispiel der Atomkraft weltweit, sehen wir doch, wie der Hase läuft. In Indien (erdbebengefährdet) soll das größte AKW überhaupt gebaut werden und Frankreich mischt dabei kräftig mit, weil ein paar Verantwortungslose damit reich werden.
    Hartz 4: Die Menschen verarmen bitter, wissen nicht mehr weiter und sind froh, wenn sie noch Kartoffel auf dem Tisch haben.
    Es interessiert niemanden, der Staat weiß es und sieht dabei zu, wie sie auch noch in der Armut ausgebeutet werden.
    Das macht nur noch wütend, die Verzweiflung frisst sich durch die Seelen der Menschen.
    Wenn ich jünger wäre, wüßte ich, für was ich mich entscheiden würde. Das kann ich allerdings öffentlich nicht äußern.

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  2. Wahrscheinlich für dasselbe wie ich, aber das hat auch noch nichts gebracht.

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