Donnerstag, 7. April 2011

Rückwärts gewandt

Statusunterschiede seien »in bestimmten Größenordnungen« zu befürworten und dürften »nicht diffamiert« werden, da sie »Motivation und Produktivität« steigerten. lt. Roman-Herzog-Instituts

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Statusunterschiede wären Motivation sich im Produktionsprozess immer mehr zu prostituieren.

Das heißt in der heutigen Zeit: immer mehr von immer mehr.

Was soll mich eigentlich zur Arbeit motivieren? 

Das x-te iPhon, das x-te iPad, Schuhe für jede Saison, für jedes Outfit? Das Parfüm für die feine Dame? Einkaufen bei Prada, Dior, Versace? Glitzrige Klunkern um den Hals? Diamanten, die wie gewöhnliches Glas aussehen? Kobe-Rinderfilet (vor allem jetzt für Gierschnäbel zu empfehlen)? Ein Haus mit mehr Zimmern als ich bräuchte? Den Daimler in der Garage oder den Porsche? 

Und das soll mich motivieren? Meine persönliche Produktivität bei der Arbeit zu steigern? 

Solch unnützer Müll? 

Müll, der die Umwelt belastet und die Menschen nicht glücklich macht. 

Müll, der das sinnentleerte Leben der Besitzer dokumentiert.

Konsummüll als Krücke für gelebtes Leben, was nicht gelebt wird.

Müll, der Persönlichkeit suggerieren soll, wo nichts da ist, außer große innerliche Leere.

Müll, der uns zu Egoisten erzieht, uns gegen Nachbarn aufbringt.

Müll, der uns die Ellenbogen gegenüber unseren Nächsten ausfahren lässt.

Müll der uns zu Mobbingopfern oder Mobber macht. 

Und das soll gut sein für eine Gesellschaft? 

Für die Geldbeutel der Deutschlandbesitzer und deren Hofschranzen, wie Regierung, Institute, Medien, sogenannten Wissenschaftlern, A-krieschern und Lobbyisten, sicherlich. 

Für die Entwicklung unserer Persönlichkeit ist Konsummüll nicht erforderlich.

Wir brauchen nicht aller halben Jahre ein neues Handy.

Wir brauchen nicht jedes Jahr ein neues Betriebssystem auf unseren PC's.

Wir brauchen nicht jedes Jahr eine neue Kollektion von Kleidern und Schuhen, die auch immer nur die gleichen sind.

Unsere Persönlichkeit wächst an den Sachen, die einer immer größeren Zahl von Menschen verweigert werden: Bildung und Kultur. 

Ohne, werden wir nur armselige Kreaturen sein, behangen mit Glasperlen, beschuht mit den Tränen von Ausgebeuteten und bekleidet mit dem Hunger vieler Menschen.


Kommentare:

  1. ich glaube, da verstehst das roman-herzog-institut falsch.
    nur wenn es viele arme und einige wenige superreiche gibt, die ihren reichtum in den entsprechenden medien und im real life präsentieren, wird der arme angespornt, sich stärker zu bemühen, um auch reich zu werden. ohne das gute reichenbeispiel bleibt er bescheiden und lässt sich einfach nur noch nicht mehr als nötig ausbeuten.
    so kraus denken unsere "eliten".

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  2. @landbewohner: ja, da hast du recht. Was bin ich auch für eine Tussi, die nur von sich ausgeht. Und, die krause Denkungsart funktioniert auch bei vielen. Aufsteigen steht auf vielen Tagesordnungen, obwohl das so oft passiert wie ein Lotto-Sechser mit Superzahl. Und da das nicht passiert behängt man sich eben mit Dolce und Gabbana und wenn auch nur ein Fake ist. Ein lächerliches Gehabe vieler.

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  3. pewi
    nur mal so

    ich geb dir ofr recht, manchmal bin ich auch anderer meinung,
    nur
    als tussi würde ich dich nie bezeichnen!!
    lg

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  4. @landbewohner: das musst du mir nicht sagen, das wieß ich. Mit Tussi habe ich mich selbst auf den Arm genommen. Das mache ich oft recht gern. :D Ich hätte vielleicht dahinter ein Augenzwinkern schalten sollen *kicher*

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