Sonntag, 8. Mai 2011

Alles in Butter

Deutschland atmet auf. Deutschland hat alles richtig gemacht. Deutschland sonnt sich. Deutschland hat gar nicht so viele arme Kinder, wie es dachte. Dachte? Unsere Regierung denkt? Das wäre ja etwas völlig Neues. 

Nungut, sei es wie es sei. Etwas über 8 Millionen arme Kinder? Das sind doch so gut wie keine. Oder doch nicht?

Eine Datenpanne hätte die Kinderarmut auf doppelt so hoch getrieben? Wirklich? Waren nicht vielleicht die Daten damals doch richtig? Und die heute sind falsch?

Hat man die Kinderarmut statistisch so bearbeitet wie die Arbeitslosenzahlen?

Soll ich der Statistik heute trauen? Doch wohl eher nicht!

Und wieso fühlt sich Deutschland in seiner Politik jetzt bestätigt? Nur halb soviel arme Kinder. Wenn das wahr ist, so ist es doch nicht das Verdienst der Regierung, da es ja angeblich falsche Zahlen gewesen sein sollen.

Und über 8 Mio arme Kinder in einem reichen Land? Das ist verkraftbar? Dafür schämt sich die Regierung nicht? Weil es 50 % weniger sein sollen? 

Bei wievielen armen Kindern fängt das Schämen an? Bei 10 Millionen, bei 20 Millionen?

Warum schämt sich Deutschland nicht bei 1 (!) armen Kind?

Kommentare:

  1. Dem ist nichts hinzuzufügen.
    Menschenverachtend und zynisch auch das hier
    http://www.echo-online.de/ratgeber/verbrauchertipps/Geldgeschenke-Was-bleibt-Hartz-IV-Kindern-;art615,1824549

    Zitiere mal auszugsweise:
    "Taschengeld: Seit diesem Jahr gibt es eine neue Bagatellregel in der ALG-II-Verordnung: „Einnahmen, wenn sie innerhalb eines Kalendermonats zehn Euro nicht übersteigen“ werden danach nicht auf die Hartz-IV-Leistungen angerechnet. Das bedeutet etwa: Die Tante kann fürs Konto ihrer Nichte, die Sozialgeld bezieht, einen monatlichen Zehn-Euro-Dauerauftrag fürs Taschengeld einrichten. Das Kind darf dieses Geld dann behalten. Doch Vorsicht: „Der Zehn-Euro-Betrag kann nicht gebündelt werden“, erklärt Anja Huth von der Bundesagentur für Arbeit. Das bedeutet: Die Oma darf nicht 120 Euro auf einmal fürs ganze Jahr überweisen – denn dann wird der komplette Betrag mit dem Sozialgeld verrechnet. Das Gleiche gilt, wenn dem Kind 15 statt nur zehn Euro pro Monat zugehen. Auch dann profitiert nur das Amt von der kompletten Überweisung. Vorsicht ist auch geboten, wenn gleich zwei Verwandte regelmäßig Geld überweisen. Sie sollten sich absprechen. Denn mehr als zehn Euro im Monat dürfen insgesamt nicht fließen."

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  2. Ist ja ein Wunder, dass man die 10 Euro der Oma dem Kind nicht mehr wegnehmen will. Schließlich ist es nach Lesart jetzt, ein Kind, was man eigentlich nicht will, ein unnützer Fresser verluderter Eltern. Leider ist die Welt verludert und nicht die Kinder oder die Eltern.

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