Mittwoch, 11. Mai 2011

Märchenhafte Zeiten

Und es gibt sie doch: Märchen. Kate und William - William und Kate: vom fast Aschenputtel zur fast Königin.

Das neueste Märchen spielt in Deutschland. Und doch kann man hier, entgegen allen Unkenrufen, einen steilen Aufstieg hinlegen, fast wie vom Tellerwäscher zum Millionär. Dieses Mal ist es rührseliger.

Man stelle sich Vietnams Dschungel vor. Da liegt er nun der arme Kleine. Die Dschungelpflanzen überwuchern in fast. Klein, hilflos und plärrend liegt er da. Fast zertreten ihn die Soldatenstiefel des vorbeiziehenden Vietcong (wahlweise auch amerikanische). Da plötzlich passiert es. Ein armer Reisbauer sieht das arme Würmchen. Leider ist er zu arm und zu hungrig. Sein Dorf wurde gerade zerbombt, der Wald ringsherum durch Orange entlaubt. Er kann leider das Kleine nicht aufziehen. Aber sterben soll das Wurm nicht. So niedlich wie er ist. Seine kleinen Ärmchen recken sich gen Himmel, fast Buddha umschlingend. Om mane padme hum ... Sariputra, Form ist nichts anderes als Leere ... Ohje, was machen wir mit dem Würmchen. Hilf, Buddha, hilf! Da kommen freundliche Schwestern vorbei und nehmen das kleine Kind und bringen es ins Waisenhaus. Überleben soll es. Irgendwie liegt ein goldiger Schein um des Jungen Körpers. Wird er ein besonders Kind sein? Vielleicht ein Bodhisattva gar?

In einem fernen europäischen Land mit mildtätigen Menschen geht ein Stern auf. Was sagt uns dieser Stern. Irgendwo in der Welt ist ein Kind, was unsere Hilfe braucht. Der Stern geht über Vietnam nieder. Und siehe da: Es ward Licht. Gott lenkte einen Mann und eine Frau in das ferne Land. Dort sahen sie das Kind - das Erleuchtete. Sie knieten nieder und erkannten seine Ungewöhnlichkeit, brachen in Tränen aus und riefen: Komm mit uns. Erleuchte uns. Om mane padme hum (besser: Amen). Und das Kind kam in ein Land, was Deutschland geheißen wurde. Seinen richtigen Namen, damals in seiner Heimat sorgfältig ausgesucht nach den Sternen und den Tag der Geburt, kannte niemand. Philipp sollte er nun heißen. Also wuchs er heran, legendär an Geistesgröße. Schon in jungen Jahren sagte jeder: Das ist unser neuer Auserwählter.

Und so wurde er es auch: Unser neuer Vizekanzler.

Deutschland was willst du mehr?



Kommentare:

  1. Nachwuchsrekrutierung für die Elite.

    Wer weiß, was uns der Knabe noch so alles beschert.
    Armenspeisungen, wundersame Heilungen, den Auszug der Arbetslosen ins gelobte Land, einen neuen Feiertag (Tag des Kapitals ...
    Nach den Merkel-Jahren benötigt das Land sowie das politische Kabaret einen grinsenden Kanzler.
    Wer fragt denn noch nach den Fähigkeiten ein Land regieren zu können.
    Es muß halt lustig sein; bis zu Abwinken
    :-)

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  2. "vom fast Aschenputtel zur fast Königin.", als Bezeichnung für ein Mädel mit Papas Millionen im Hintergrund ist schon sehr gewagt.

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  3. @Jürgen: alles unter "von und zu" IST Aschenputtel. Man zieht sie in "höhere Kreise", dort wo Frau von Nichtadel nicht hingehört. Die Millionen sind eine nette Beigabe. Brauchen tut man sie nicht, da Steuerzahler mit Freude für Unterhalt aufkommt.

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  4. PeWi, das freut uns jetzt aber sehr, mich und meinen "Aschenputtel-Kollegen" Josef Ackermann.

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  5. Klugscheißer ;)Ich würde mich ja auch immer missverstehen wollen.

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