Sonntag, 8. Mai 2011

Schützenverein, Turnverein, Hühnerzüchterverein

Gewerkschaftsverein ... Stopp, war der letztere nicht ehemals eine Interessenvertretung derjenigen, die ihre Haut zum Wohle der Unternehmer auf den Markt tragen? War das nicht mal eine Kampforganisation für die Rechte der Arbeiter und Angestellten?

»Die Gewerkschaftsmitglieder leisten einen Solidarbeitrag dafür, daß die Arbeitsverhältnisse besser werden – und das zum Teil über Jahrzehnte«, begründete der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber die Regelungen gegenüber jW. »Warum sollen diese Kollegen nicht ein Stück davon über Bonuszahlungen zurück erhalten.«

Als ich das las, dachte ich zuerst, dass ich mich verlesen hätte.

Aha, die Gewerkschaft ist heutzutage so etwas wie eine private Krankenversicherung mit Geld-zurück-Garantie. Oder eine Versicherung. Besser noch, sie will heutzutage also eine Verkäuferorganisation sein. Bei Erfolg sind Boni garantiert! Oder wie, oder was?

Mit anderen Worten. Wehe dem, der die Gewerkschaftsoberen in ihrem Drang der Kumpanei mit den Arbeitgebern beim Abbau von Arbeitnehmerrechten nicht unterstützen will, der soll auch nichts bekommen. Oder nur begrenzt etwas bekommen. Diejenigen, die in Nibelungentreue an etwas festhalten, was sie jetzt schon seit Jahren verrät, soll dafür belohnt werden. Eigentlich gehört Dummheit bestraft. Man kann sagen: Wenigstens etwas für die, die immer noch an die Kampfkraft von Gewerkschaften glauben.

Wäre es nicht besser, wenn man andersherum einen Schuh drauß bastelte. Erst dann, wenn die Gewerkschaftsbosse sich wieder wirklich für die Werktätigen einsetzen und nachweislich Erfolge erzielen, erst dann werden sie bezahlt - sozusagen als Erfolgshonorar. Und das darf dann auch etwas üppiger ausfallen. 

Sicherlich wäre damit auch der Mitgliederschwund aufzuhalten. 

Denn mal ehrlich, warum soll heutzutage jemand einen Gewerkschaftsbeitrag dafür bezahlen, dass er auf Lohn verzichten soll? Das kann er auch ohne Gewerkschaften. Lohnverzicht hat den Werktätigen bis jetzt noch nie etwas gebracht, außer Verluste. Langfristig wurde kaum ein Arbeitsplatz erhalten, der so durch die Gewerkschaften angeblich erkauft worden war. Gebracht hat es nur den Bossen beider Seiten etwas.

Ach ich vergaß, eine Handvoll Gewerkschaftsmitglieder sollen Bonis erhalten.

Und das will eine Organisation für die Werktätigen sein? Eine Interessenvertretung? Sie ist nur eine simple Lobby für ihr eigenes Überleben. Nicht mehr und nicht weniger. 

Kommentare:

  1. Erkennt man nun was Gewerkschaften sind.Sie sind doch wohl ehr Seilschaften der Elite.Die gehören nicht zur Arbeitnehmerschaft sie sind Gegner.

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