Dienstag, 28. Juni 2011

Unsere Laien-Mutter

Unsere Ursula, wohl behütet aufgewachsen, in einer reichen Familie, die auch immer die entsprechenden Connection hatte, das entsprechende Vitamin B, so dass alle ihre Kinder keine Probleme bekommen und schon ihren guten Job erhalten werden, ob sie nun dumm, faul, fleißig oder klug sind. Das spielt bei diesen Konsorten keine Rolle.

Nun jammert diese "Super"mutter von Geldes-und-Vitamin-B-Gnaden, dass ihr sogenanntes Bildungspaket von fast 20% der Bedürftigen nicht angenommen werden würde. 

BEDÜRFTIGE - wie das schon klingt. Man hält sich doch in diesem Land immer zugute, dass man ein reiches Land wäre. Unterschwellig schwingt in diesem Wort schon mit, dass diejenigen selbst dran schuld wären, wenn sie "bedürftig" wären, das sie sowieso asozial, träge, faul und dumm wären, nicht für den Arbeitsmarkt zu gebrauchen. Dass sie dem Steuerzahler nur auf der Tasche lägen und somit tiefe Bücklinge vor diesen machen sollten, wenn der schon so gnädig wäre, ein Bildungspaket zu schnüren.

Apropos Bildungspaket. Flötenunterricht ist nicht ökonomisch. Kein Kind wird je einen Ausbildungsplatz erhalten, weil es gut Flöte spielen kann. Und heutzutage wird doch alles ökonomisiert. Und der Sportverein? Ökonomisch völlig deplatziert. Nur weil jemand gut turnen kann, erhält er nach dem Studium noch lange keinen Job, der ihn gut durchs Leben bringt. Der allseitig gebildete Mensch ist doch heutezutage schon lange obsolet, einfach nur Augenwischerei für die paar Doofen, die den Medien und der Regierung immer noch alles abkaufen. Das sieht man auch daran, dass Absolventen und Promovierte der Geisteswissenschaften heutzutage superschlechte Karten haben und auch sehr oft in H4 landen (das soweit zu dumm und faul).

Aber ich bin abgeschweift (oder auch nicht?). Kommen wir zu den Kindern zurück. 

Ich hätte das Geld in die Schulen und Kindergärten gesteckt. DORT sollten die Angebote für Kinder sein. In der Schule sollten soviele wie mögliche Arbeitsgruppen für alles mögliche geschaffen werden. Dazu ist es nötig, genügend Lehrer oder Erzieher zu haben. Dazu ist es unabdingbar, dass die Schulen gut ausgestattet werden. Nachhilfe ist IN den Schulen kostenlos anzubieten, ebenso auch der von Frau von der Leyen heißgeliebte Flötenunterricht meinetwegen, falls sich genügend Interessenten dafür einfinden. 

Frau von der Leyen sollte lieber sicherstellen, dass jedes Kind einen guten PC sein Eigen nennen kann. Heutzutage braucht es auch den, um im Schulunterricht überhaupt mithalten zu können.  Es gibt außerdem genügend Spiele, die  z.B. strategisches Denken fördern und wo die Kinder miteinander vernetzt sind und gemeinsam etwas aufbauen oder sich gegenseitig befeuern, etwas aufzubauen, so dass jedes Kind vom anderen lernen kann. Es ist ja nicht so einfach, wie sich das eine von der Leyen wahrscheinlich vorstellt. Viele Kinder sitzen doch nicht einfach so vor dem Computer. Da muss z.B. eine Welt geschaffen werden, was nicht einfach ist und viel Geduld erfordert (ich bin zu blöd dafür). Diese Welt kann z.B. heruntergeladen werden und dazu kommen noch Sprache oder vielleicht Musik. Das geht auch nicht im Selbstlauf, sondern die Kinder lernen, Sprache bei Videos einzusetzen und sie am PC zu bearbeiten, dass alles ein rundes Ganzes wird. Frage doch jemand mal unsere Leyenspielerin, ob sie so etwas überhaupt für möglich hält und überhaupt kennt. Wieso muss ein Kind dann unbedingt Musikunterricht nehmen?

Und nehmen wir mal die Kinder, denen Nachhilfe in irgendeinem Fach gut zu Gesicht stünde. Wenn das Kind nicht versetzungsgefährdet ist, gibt es von unserer Leyenspielerin gar nichts. Einfach Zensuren verbessern geht nicht. Was soll das Ganze? Wie schon oft zu lesen war, nützt es dann auch nicht, wenn die Schule den Nachhilfeunterricht für positiv halten würde. Null, nichts - Game over!

Was soll der ganze Quatsch "Bildungspaket"? Und jetzt sollen noch Sozialarbeiter in die Wohnungen derjenigen geschickt werden, die das nicht wollen. 

Ich stelle mir das so richtig reizend vor: Ein z.B. Herr Dr. Arabistik auf H4 öffnet die Tür. Der Sozialarbeiter will hineingebeten werden. Drinnen sitzt der 7jährige Sprößling und übt sich in arabischen Schriftzeichen. Nun soll dieser Sprößling zur Nachhilfe geschickt werden, weil ja H4-Bezieher alle doof sind. 

Ja, ja, so ist dass, wenn man Vorurteile in die Welt hinausposaunt, ohne sie mit belastbaren Zahlen oder Ablehnungsgründen zu untermauern. Es kommt IMMER HETZE heraus, an die sich dann auch viele "normale" Bürger hängen. Solche, die ihren eigenen Kopf nicht einschalten und froh sind, dass eine Frau von der Leyen und die Medien ihnen das Denken abnimmt.

Es ist eine Schande für Deutschland.


Kommentare:

  1. Wenn schon Sozialrichter entscheiden, ob ein Kind im Sinne von Nachhilfe förderungswürdig ist oder nicht, dann läuft in diesem Staat gewaltig etwas schief.
    Ich gebe dir recht, dass die Gelder z.B. in den Schulen besser aufgehoben wären. So könnte jeder davon profitieren, ohne das er dafür noch eine Genehmigung bekommen sowie als sogenannter Bedürftiger betteln gehen muß.
    Die Thematik Nachhilfe wird in der Öffentlichkeit zu sehr mit Hartz IV-Familien in Verbindung gebracht, was an der Realität total vorbei geht. Das gesamte Bildungspaket ist ein Witz, über den man nicht mehr lachen kann.
    Ein Aushängeschild unserer Regierung, die gar nicht die Absicht hat, in arme Bevölkerungsschichten zu investieren.

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  2. Stimmt. Nachhilfe wird erst durch das desaströse Bildungssystem wichtig. Da wird in den Schulen irgend etwas gemacht, der Stoff wird nicht wiederholt und die, die etwas lansam denken oder nicht ganz so gut sind, haben das Nachsehen. Besonders benachteiligt sind davon Jungen, die sich erst etwas später als Mädchen entwickeln. Ich halte eigentlich nichts von der Jungen-Jammerei, aber ganz falsch ist das alles nicht. Schlimm finde ich vor allem die immer und ewige Bettelei. Das geht wohl gegen die Ehre jedes Menschen. Leider wird man von Ehre nicht satt und es werden immer mehr Menschen produziert, die Wut im Bauche haben und so auch aufwachsen. Wohin dann mit der Wut?

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  3. Ausreichende Bildung, Chancen sowie Freiräume würden die Wut dahin kanalisieren, wo sie angebracht ist.
    Aber das ist nicht erwünscht. Wer keine Kraft mehr zum Schreien hat, bleibt stumm.
    Nur, diese Rechnung wird nicht aufgehen.

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  4. Stimmt. Wer von denen, die Macht haben, will schon ein gebildetes Volk? Das könnte ja massiv aufmucken.

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  5. Mal die Sozial- und Bildungspolitischen Aspekte dieses "Bildungspaketes" beiseite gelassen:
    Für 10,- Euro bekommt man etwa eine halbe Stunde Instrumentalunterricht - Pro Monat! Woher bekommt das Kind sein Instrument? von der Oma zu Weihnachten, damit es als Einnahme gleich wieder vom Regelsatz abgezogen wird? Oder Sportverein - allein die Mitgliedsbeiträge sind meistens höher als 10 Euro. Was ist mit der Ausrüstung, wie z.B. Fussballschuhe, Trikots, Schützer usw.
    Wie verhält sich das eigentlich wenn man das Bildungspaket in Anspruch nimmt? dann müsste man die weiteren anfallenden wesentlich höheren Aufwendungen selbst bezahlen, oder? Es handelt sich bis auf wenige Ausnahmen um ein Minusgeschäft für SGB2-Berechtigte. Das, im Verbund mit den bürokratischen Hürden und der Diskriminierung als "Hartzer" ist sicher nicht gerade ein Ansporn für die Berechtigten (ich mag das Wort "Bedürftige" in diesem Zusammenhang nicht)

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  6. @Drahtwerker: Danke für die Ergänzung. Ich glaube, irgendwo in meinen Blogartikeln schwirrt dieser Gedanke auch schon mal rum. Jeder vernunftbegabte Mensch weiß, dass das alles für 10 EUR im Monat nicht machbar ist, deshalb: Alles an die Schulen geben und die sollen AGs bilden, so wie ich das von meiner Schulzeit her kenne. Ansonsten ist das Geld total verzettelt und hilft niemanden.

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  7. diese lügenuschi hatte niemals hilfen für kinder im sinn. sonst hätte sie niemals die hürden für die antragstellung so hoch gelegt und sogar so hinterhältig konstruiert, daß ein antrag auf förderung massive h4 kürzungen bei den betroffenen eltern zur folge haben können. jahrelange umschichtung der gelder von den öffentlichen zu den privaten bildungseinrichtungen haben die "bildung" hierzulande eben immer teurer gemacht.
    und nun setzt dieses weib noch eins drauf und behauptet, h4 eltern sind zu faul um ihre kinder zu fördern und medien und armutsindustrie lügen da fleissig mit. so offenbart sich dann der tiefere sinn ihres "bildungspaketes als neuerliche diffamierungskampagne gegen hartzer. mehr hatte sie auch nicht im sinn. und -selbst der dümmsten tussi müsste klar sein, daß arme eltern automatisch auch arme kinder haben. und das ist in einem land, in dem bildung geld kostet, schlecht für die kinder. aber statt einfach hartz4 auf ein angemessenes niveau zu erhöhen steckt das "bildungs- und sozialmonster" eben lieber noch ein paar millionen in die armenverfolgung und die pr-abteilung.

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  8. @landbewohner: dem ist nicht mehr hinzuzufügen. Danke für die Ergänzung. Ja, alles ist gewollt. So werden viele von der wahren Misere in Deutschland abgelenkt, von der Krise, in der wir uns immer noch befinden und sie bekommen wieder mal den Feind: H4 zur Warnung zum Fraß vorgeworfen.

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